Dienstag, 13. März 2012

Update Stoffwindeln und Erfahrungsbericht

Heute kann ich mit einem Update an der Wickelfront aufwarten.




Weil immer wieder gefragt wird:

Meine bisherigen Erfahrungen mit Stoffwindeln

Eine der häufigsten Fragen ist die, welche Art Windel ich nähe.
Ich nähe die Windeln passend, d.h. keine One-size-Windel.
Ich finde, das ist sonst am Anfang eine ganze Menge Stoff für so ein kleines Menschlein
und der Beinfreiheit abträglich.
Meine Windeln passen für ca. ein Vierteljahr und in dieser Zeit 
nähe ich schon mal die eine oder andere Windel für die nächste Größe.

Für mich bewährt hat nach wie vor das Wickeln ohne Überhose.
Stoffwindeln sind voluminöser als Wegwerfwindeln 
und ich möchte dem kleinsten Kind den maximalen Bewegungsspielraum lassen.
Ein Vorteil ist auch, dass man merkt, wenn die Windel nass ist.
Im Gegensatz zu Wegwerfwindeln ist die Feuchtigkeit spürbar,
was mit der Punkt ist, warum Babys mit Stoffwindeln weniger wund sind, 
da sie schlichtweg öfter gewickelt werden.

Eher zufällig, als absichtlich herausgefunden, im Nachhinein jedoch logisch:
Anstelle der gestrickten Wollüberhose hat sich die schafwollene Strumpfhose bestens bewährt.
Im Vergleich zu Baumwollstrumpfhosen lässt sie wesentlich weniger Feuchtigkeit durch.
Größere Auslaufkatastrophen hatten wir bisher nicht.



Ich nähe meine Windeln mit Saugkern.
Dieser arbeitet ganz zuverlässig, lässt die Windeln aber langsamer trocknen.
Daher bin ich dazu übergegangen, den Saugkern etwas dünner zu nähen
und dafür Inlets aus Frottee und Baumwolle einzulegen.
Sie haben den Vorteil, den gröbsten Schmutz aufzufangen, die Feuchtigkeit jedoch weiterzuleiten.
Sie trocknen sehr schnell, optimieren den Saugschutz
und schränken die Bewegung nicht so sehr ein, 
als eine Windel mit dickem Saugteil.

Längere T-Shirts sind besser als Bodys, 
da man nicht gleich das ganze Kind umziehen muss, 
wenn mal was feucht geworden ist.



Die Wäsche

Bei größeren Verschmutzungen wasche ich das Inlett vor.
Dazu nehme ich lediglich heißes Wasser und Gallseife, mit der ich kurz über die Flecken rubble.
Das funktioniert tadellos - die Windel, bzw. das Inlett ist fleckenfrei und
ich brauche kein aggressives Waschpulver oder Bleiche oder sonst so Zeugs,
das Allergien auslösen könnte.
Auf diese Weise vorgewaschene Windeln können 
dann bei 40° mitgewaschen werden und sind picobello sauber.

Zum Waschen sollte man die Klettverschlüsse schließen,
da sich sonst Fusseln im Häkchenband verfangen können, 
was die Verschlussfreudigkeit mit der Zeit beeinflusst.

Meine Windeln wandern anschließend mit der normalen Wäsche in den Trockner.
Solltest du selbst nähen, dann solltest du deine Stoffe vorher 
das komplette Programm wie die spätere Windel durchlaufen lassen, 
da sie sonst kleiner aus der Trommel kommen.
Oder du nimmst bereits gebrauchte Stoffe, die du zur Windel vernähst.

Wenn du keinen Trockner hast oder bei schönem Wetter wie ich draußen trocknest, 
gibt es zwei Möglichkeiten, die Windeln vor Steifigkeit zu bewahren.
 Erstens du hängst sie in den Wind, so einer weht oder
zweitens du knautschst sie wenn sie schon fast trocken sind, ordentlich durch.
Dann sind sie weich.
Die Windel nicht mit Weichspüler waschen, da sie die Haut angreifen können 
und die Windel weniger saugfähig wird.



Selbermachen
Anfangs hatte ich argen Respekt vor dem Nähen von Stoffwindeln, doch eigentlich ist es pupseinfach.
In diesem Post habe ich hilfreiche Links zum Thema verlinkt (tolles Deutsch).
Ein absolut gutes Video findest du hier.
Dann weißt du was ich mit pupseinfach meine.

Ich verwende hauptsächlich gebrauchte Stoffe.
Alte Flanellbettwäsche, T-Shirts oder Handtücher werden zum Saugteil.
Ebenfalls aus alter Flanellbettwäsche nähe ich den Innenteil der Windel.
Der äussere Teil (der, den du auf den Bildern siehst) ist zum Teil
aus alten Baumwollstoffen (z. B. auch hier Bettwäsche),
oder auch aus neuen Motivstoffen aus dem Fundus.

Die absolute Rundum-Seite für Stoffwickel Interessenten findest du hier.
Da ist alles erklärt, was es nur irgendwie zum Thema gibt,
viele weitere Links und vor allem Faltanleitungen für Mullwindeln - auch ganz gut zum Ausprobieren.

So.
Jetzt fällt mir nix mehr ein.
Wenn ihr noch was wissen wollt, dann fragt einfach.




Meint ihr, das Kleinste Kind ist mir später mal arg beleidigt, 
weil ich ihm einen Eulenpopo gewickelt habe?



Kommentare:

  1. Das kleine Kind wird nicht beleidigt sein, wegen des Eulenpopos, ich denke eher, dass es ihm gefallen wird, dass Mama extra Windeln genäht hat :)

    Mönsch, hätte ich doch zu den Zeiten, als mein Sohn noch ein Baby war auch nur Ansatzweise diese Möglichkeiten geahnt, er wäre auch in solchen tollen Windeln durch die Welt gekrochen. Leider war die Bloggerwelt mir da noch unbekannt. So habe ich nur ein paar wenige unangenehme Erfahrungen mit Stoffwindeln gemacht und dann zu Wegwerfwindeln gegriffen. An die Müllberge mag ich gar nicht mehr denken.

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  2. sehr schick!
    wird dann erst im pubertären Alter komisch....
    Die Fliegenpilzstricklieselotte aus deinem Lädchen bearbeitet unsere Tochter übrigens zu gerne!
    Ganz liebe Grüße

    Sandra

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  3. Oh das liest sich so wundervoll und wenngleich ich die Stoffwindeln für meinen kleinen Sohnemann nicht selbst genäht habe, so denke ich mit einem Schmunzeln dennoch an diese herrliche Zeit zurück, als der dicker als andere Babypopos bestückte kleine Mann munter auf meinem Arm rumturnen konnte, ohne herunterzupurzeln ... eben wegen der dicken Windeln. Schade, dass ich erst beim zweiten auf Stoff umgestiegen bin.
    Heute würde ich wahrscheinlich auch noch selber Windeln nähen ... aber die Zeiten sind vorbei, jetzt muss ich mir eher coole BMX-Shirt-Aufdrucke ausdenken :-)

    Viel, viel Spaß noch mit dem Apfelpopo :-)

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  4. Danke für die tolle Zusammenfassung! Könntest Du noch was zu der Stoffzusammensetzung sagen? Mir hat sich aus dem, was ich in Blogs so gelesen habe, noch nicht ergeben, wo genau nun welcher Stoff eingesetzt wird... Baumwolle, Hanf, Bambus, Microfaser, wasserabweisender Stoff...
    Für Hinweise wär ich arg dankbar :-)

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