Freitag, 14. Dezember 2012

Von Plätzchen und Bäumchen

Eine meiner Lieblingsplätzchensorte seit meiner Kindheit
sind solche mit Gelee.
Ob das Gelee nun zwischen den Schichten aufgetragen
oder als Kleks in die Mitte eines Teilchens geträufelt wird, 
ist dabei absolut unerheblich.
Hauptsache mit Gelee.



Mein Mann bevorzugt eher die schokoladigen Varianten.
Die Kinder essen praktisch alles, 
der Hund liebt die Brösel, die das Kleinste Kind fallen lässt
und die Katze die Milch, die im Eifer des Teigrührens daneben geht.
 In diesem Jahr muss ich gestehen, 
habe ich noch nicht aus dem Vollen geschöpft.
Es gibt ja viele fleißige Bäckerinnen, 
die alles pünktlich zum 1. Dezember fertig haben.

Das schaffe ich nie.
Mitte November scheint Weihnachten noch fern, 
und dann ist es ganz plötzlich und unerwartet so weit.
Darum habe ich mir die Philosophie zu eigen gemacht,
dass die Adventszeit die Zeit der Vorbereitung ist,
was auch das gemeinsame Backen, Kartenschreiben, Geschenke basteln 
und den Baum aussuchen mit einschließt.



Die Wahl des Christbaums hat bei uns jedes Jahr seine ganz eigene Geschichte:

Ich habe als Kind einmal eine Geschichte gelesen,
die von einem Bäumchen handelte, das niemand haben wollte, 
weil es nicht so prächtig war wie die anderen,
weil es Fehler hatte und weil es nicht perfekt war.
Dieser kleine Baum war deshalb auch sehr traurig,
bis ihn ein armer alter Mann für ein paar Münzen erstand 
und mit nach Hause in seine kleine ärmliche Dachwohnung nahm.
Dort schmückte er das Bäumchen liebevoll mit Äpfeln und Kerzen.
Wie glücklich war das Bäumchen nun!

 Ich war damals noch ein Kind, 
doch hat mich die Geschichte schon zu dieser Zeit sehr berührt.
Seither suchen wir jedes Jahr zum Ende der Adventszeit solches Bäumchen,
das übrig ist, das niemand haben wollte und
das wir glücklich machen können.
 Es ist nie klassisch schön, 
es hat Fehler,
die Äste sitzen nicht am "richtigen Platz"
oder die Nadeln sind nicht so herrlich dicht, 
wie bei den anderen Bäumen,
die alle schnell ein Zuhause finden.

Doch jedes Jahr putzen wir gemeinsam mit den Kindern unser Bäumchen heraus
und holen das Beste in ihm zum Vorschein.
 Und jedes Jahr lieben wir unser unperfektes Bäumchen.

Seit damals ist der Christbaum mein schönstes Weihnachtsgeschenk.


Ich wünsche euch einen wunderschönen Dritten Advent!

Kommentare:

  1. Oja, die Geschichte kenne ich auch…und meist hat unser Baum auch eine "Macke" ;)
    Viel Vorfreude noch und einen schönen 3. Advent!
    Kram,
    Maren

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  2. Weißt du zufällig noch den Titel des Buches? Ich habe es leider in den Jahren aus den Augen verloren, würde ihm aber so gern wieder einen Platz in unserem Bücherregal geben.

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  3. ich liebe Dich für Deine Geschichten!!

    Bärbel aus Vogelsdorf

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  4. Immer wieder ist Dein Blog Balsam für die Seele und für die Augen!
    Einfach nur wunderbar!
    Danke dafür!!!

    Einen wunderschönen 3. Advent,
    alles Liebe
    Nina

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