Freitag, 5. Februar 2016

walk the dog, ein Sack Hühnerfutter & hello instagram

Heute ist kein schöner Tag.
Draußen kann sich der Regen nicht entscheiden, 
ob er Schnee werden will oder doch lieber flüssig bleiben möchte.
Ich kann mich nicht entscheiden, 
ob ich beim frühmorgendlichen walk the dog lieber Gummistiefel oder Winterstiefel tragen soll.
Für letzeres ließ sich dann eine Lösung finden und so stapfte ich dem Hund 
durch herrlichstes April-Matschwetter hinterher.
Kann bitte jemand dem Winter sagen, 
dass wir Februar haben und es hier normalerweise um diese Jahreszeit weiß sein sollte?

Mann, mann, mann.

Das Schöne an den Spaziergängen mit Hund ist die Stille. 
Da sich gerade bei Schmuddelwetter der Enthusiasmus aller im Haushalt lebenden Personen
 in sehr engen Grenzen bewegt, bin ich meistens allein.
Aber auch wenn wir gemeinsam gehen, beginnen wir irgendwann einfach die Stille zu genießen,
die im Wald und auf Feldwegen herrscht.

Wie ich heute also mit aufgestelltem Kragen, Schal, Mütze 
und tief in meinen Manteltaschen vergrabenen Händen
meinem fröhlich-geschäftigen Hund durch waagerecht fallenden Schneeregen hinterher stapfe,
habe ich Zeit, die Gedanken schweifen zu lassen, den Tag zu planen
 und mir über neue Projekte Gedanken zu machen, sofern die Muse beschlossen hat, 
den Hund und mich zu begleiten.




Nach einer halben Stunde Regen im Gesicht,
in allen möglichen Aggregatzuständen einschließlich deren Übergangsformen,
packe ich meinen patschnassen, aber höchst zufriedenen Hund ins Auto,
fahre schnell noch beim Landhandel auf einen Sack Hühnerfutter vorbei
und werde in ein Gespräch über DAS WETTER verwickelt,
während der Lagerist mir den Sack bringt und ins Auto wuchtet.
Dass der Winter ja gar keiner mehr ist,
viel zu warm und zu nass und das nach DEM Sommer, der ja auch schon so heiß war, 
"das´d da firchst" (dass du dich fürchtest - bayr. Redewendung für "also wirklich"),
wo ich denn herkomme und ob das mein Auto dort neben dem Feldweg war.
"Ach mit dem Hund?
Wo? Bis dahintre ins Hoiz nei? (bis dahinten in den Wald hinein?) 
Sauber, bei dem Sauweda
(Hut ab, bei dem Mistwetter).
Und, wo hast denn den Hund?
Ach im Kofferraum!
Aha.
Und... wer bist jetzt du glei wieder?
Ach vom xy d´Schwiegadochta? (ach vom xy die Schwiegertochter)
Ja dann bist du ja aus yz?
Ach, ned? (Ach, sowas, nein?)
Ach vo doooo. Dann bist ja vom abc d´Frau?
Ah do schau her.
Na dann, 
habed´ere. (habe die Ehre = auf Wiedersehen)"

So erfährt man auf dem Land Näheres über die Menschen mit denen man es zu tun hat.
Ist ja auch wichtig.
Könnte schließlich wer-weiß-wer da neben dem Feldweg parken und anschließend Hühnerfutter kaufen.

Der Axtmörder vielleicht.
Und dann weiß man, aha, das an dem Freitag im Regen,
das war der Axtmörder.
Ja der war bei mir.
Wenn ichs dir doch sag.
G'red hamma no übers Wetter.

Ich liebe das Leben auf dem Land.
Da geht keiner verloren.

In mich hineinschmunzelnd,
weil so liebenswert, zahle ich und fahre nach Hause.





Frisch und munter (kaltes Wasser im Gesicht erfrischt bekanntlich ungemein)
setze ich mich daheim wieder an die Arbeit.

Der Hund ist müde und zufrieden,
Katze zum Kuscheln ist auch da, was will man mehr.


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende

Alles Liebe!

Ach ja,
epipa gibts jetzt auf Instagram.
Der Fortschritt kommt auch bei mir mal an, man soll es nicht für möglich halten.

Drei Outtakes vom letzten Shooting habe ich euch schon mal online gestellt.
Als der Winter noch wusste, wie er sich zu benehmen hat.





Kommentare:

  1. Jetzt mußte ich schmunzeln.
    Die Geschichte ist so realistisch, ich wohne nämlich auch auf dem Land.
    Wer bist du, woher kommst du.......
    Aber ich liebe das Leben.
    Liebe Grüße Michaela
    Ich freue mich auf dein neues Buch.

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  2. G'red hoit... Amüsiere mich köstlich über die Mundart. Ja, da interessiert sich noch jeder für den anderen. In Gedanken zurück reisend weiß ich jedoch, dass dies in München auch so war - egal, ob ich in Laim, Milbertshofen oder Thalkirchen gewohnt hatte. Mit den Nachbarn klappte es stets.

    ...bei uns in Augsburg kam gerade die Sonne heraus, gibt ein kurzes Gastspiel...
    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

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  3. ja dsa landleben ist toll. wir wohnen auch in einem 200 jahre alten stöckli. einwohner hat das dörfchen etwa 50 und es gibt zwei strassenlaternen.
    hier geht auch keiner verloren und man wird gut informiert, wenn einmal ein unbekanntes auto bei uns vor dem haus steht. ob DAS nicht der axtmörder ist. meine tochter wollte uns mal mit 4 jahren aus frust weil sie keine gummibärchen haben durfte, verlassen. hat ihren kinderroll-porsche (-koffer) gepackt und ist losgedackelt mit dem teddy im arm. sie kam nicht weit. siehste, nicht mal ausbüxen kann man auf dem land. :-)
    liebsgrüssli Nicole

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  4. Oh ich musste gerade auch Herzhaft lachen, denn das was Du schreibst hätte auch mir passiert sein können.
    Lieben Gruß
    Antje

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  5. Hihi. Da ist es im Norden etwas ruhiger ;0). Wir gehören bekanntlich zur schweigsamen Sorte. Vielen Dank für den netten Post. Ich glaube du würdest vor Lachen am Boden liegen, wenn du gehört hättest, wie ich ihn meiner Tochter vorgelesen habe.
    Ganz liebe Grüße
    Kerstin

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  6. hach liebe Sascia, genau so isses auf dem Dorf!
    bei uns ist zwar der Dialekt anders, aber ansonsten passt auch einer auf den andern auf :) - und das ist auch gut so, ich möcht es nicht mehr anders haben!
    bei euch liegen Hund und Katz in einem Körbchen - das klappt bei uns nie - der Hund würde es schon wollen, aber die Miez nicht .....
    liebe Grüße
    Manu

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  7. Hihi, sehr schön! Danke fürs Aufschreiben und liebe Grüße,
    Kathrin

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  8. Liebe Sascia,
    ach wie süß und allerliebst Hund und Katze da im Körberl liegen, da geht dem Reserl das Herz auf und es versöhnt mich mit der nun endlich zu Ende gegangen fiesen Arbeitswoche.
    Alles Liebe und ein schönes Wochenende wünscht dir das Reserl und bei Instagram hab ich dich eh längst entdeckt.

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  9. Liebe Sascia,
    ja ja, das beschauliche Leben auf dem Land... Wem sagst Du das! Meine Nachbarin sagt immer Sachen wie: "Du hast sicher gesehen, dass gestern um 21.30 Uhr bei uns schon kein Licht mehr war" (ähm... nein, hab ich nicht) oder "Du hast sicher gesehen, dass ich meine Regentonne entleert habe" (oh, nein, hab ich auch nicht). Im Gegensatz zu mir sieht meine Nachbarin dafür aber ALLES. "Gestern, also du nicht daheim warst, haben zwei Frauen mit einem kleinen Hund bei dir geklingelt. Wer war das?" (hoffentlich nicht die Axtmörderinnen! *kicher*) "Ich habe gesehen, dass du die gleiche Zeitschrift abonniert hast wie ich!" (WO hat sie das wohl gesehen? In meinem Briefkasten?) etc. Sie hat auch ungeniert offen reklamiert, als wir an den Fenstern, die gegen eben diese Nachbarin zeigen, Plissées angebracht haben. "Der Vorbesitzer hatte das auch nicht. Und jetzt seh ich ja nirgenwo mehr in euer Haus rein!" Richtig! ;-))))
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüsse,
    Nadia

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  10. Liebe Sascia, gestern, ja - ich grübelte endlos nach - soll ich in die hiesige Trafik gehen, soll ich mir das Heft mit dem Interview holen???!!!Noch nie hatte ich ein Häkeln for you in der Hand, der stolze Preis ließ mich als alleinerziehende Mama nachdenken, aber ich LIEBE das Winterzauberbuch so sehr....und es kam ungefähr eines Sieges von Marcel Hirscher gleich - so sehr freute ich mich zu lesen, dass es damit weiter geht...HURRA...ich werde den Blog weiter verfolgen, nachhäkeln/stricken, ...Du schreibst so lebensnah, so herrlich...,,entschleunigend". Alles Gute weiterhin für Dich/Familie!! Patricia

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  11. Schie, wenns annern Leitn ah su gieht. (Schön, wenn es anderen Leuten auch so geht).
    ich wohn zwar nicht in Bayern, sondern im Erzgebirge, aber auch aufm Land und hier kennt jeder jeden und falls doch nicht, wird eben nachgefragt. Danke für diesen amüsanten Post und viel Freude noch beim Gassigehn im Sauwetter.
    liebste Grüße Lydia :-)

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  12. Herrlich. Solchen Gespräcen ala "das is doch der Bruder vom Wurschts Hans,dr mit der Ilse verheiratet ist,gebürtige Willse...": lausche ich auch nur schmunzeld. Hier auf dem Land kennt jeder jeden und jeder möchte auch über jeden bescheid wissen. Recht hast du,danke habe herrlich lachen müssen.
    LG Sabrina

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  13. Liebe Sascia
    Ach hätte ich nur schon meine beiden Katzen mal so süss kuschelnd in einem Korb... Irgendwann vielleicht mal! Und frische Luft kann wirklich sehr inspirierend wirken! Was bei Dir der Hund ist, muss bei mir die Mittagspause sein: komm, jetzt war ich seit 2 Jahren jeden Tag kurz draussen unterwegs, da schaffe ich das auch heute, egal wie das Wetter ist.
    Und das Landleben so mag ich auch! Inklusive Nachbarn, die ein Auge auf uns und alles haben... Ich glaube daran, dass sich Axtmörder so gar nicht erst in die Nähe wagen!
    Liebe Grüsse, Miuh

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  14. *lach* ich dachte schon dir gehen gleich die Buchstaben aus ;o) Es ist schön, wenn man einander nicht ignoriert, sondern jeder Mensch sich wahrgenommen fühlt. Ansonsten wird man einsam :o) lg, Raphaële

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