Freitag, 25. Juli 2014

3,2,1 Überraschung! Spielwelten zum selbermachen


"Wenn du heute ausgeschlafen hast, 
habe ich eine Überraschung für dich."
sagte ich neulich zu meinem Jüngsten, 
als ich ihn zum Mittagsschlaf ins Bett brachte.
Genauso ruhig und durch seine Einschlafrituale begleitet wie jeden Tag.
Doch um ehrlich zu sein, konnte ich es kaum erwarten, 
inspiriert durch diesen Post kribbelte es mir nämlich in den Fingern.

Während mein Jüngster also im Bettchen schlief,
rannte ich auf Zehenspitzen die Treppe hinunter
- ja, das geht, man braucht nur etwas Übung -
und bastelte ihm in allerkürzester Zeit eine kleine feine Waldlandschaft.
 



Alles, was ich dazu brauchte, haben wir ohnehin im Haus.
In unserem Keller, den man nur mit einer guten Lebensversicherung gefahrlos betreten kann,
lagern ganz selbstverständlich in einer eigenen Ecke leere Schuh- und Versandkartons,
die ich für Regentage, Krankheit und gegen Langeweile aufhebe.

Als meine Tochter in den letzten Ferien im Schwimmbad in eine Scherbe trat,
sich den halben Fuß aufschnitt und tagelang nicht auftreten konnte, war das ein Segen. 
Aus Schuhkartons bastelte sie eine kleine Wohnlandschaft für ihre Playmobilfiguren
und als ich noch einen Link für Paper Dolls fand, war ihr Glück perfekt.

In der Küche haben wir eine Schublade nur für Bastelmaterial, 
die für die Kinder jederzeit frei verfügbar ist.
Besondere Dinge lagere ich in meinem Arbeitszimmer.
Spraydosen zum Beispiel.

Eine davon kam hier zum Einsatz.


Und so habe ich es gemacht:




Ich nahm:

Schere, Messer
doppelseitige Klebepieces für Fotos
Spraylack matt weiß
Spielfiguren und Tannen aus dem Kinderzimmer




1. Einen Karton in passendem Format auswählen 
und mit der dir zugewandten offenen Seite aufstellen.

2. Das "Dach" mit Messer oder Schere entfernen und die Seitenteile zuschneiden.
Ich wählte eine sanfte Hügellandschaft.
Die Rückwand besteht bei mir aus dem Boden des Kartons, 
was aber bei Versandkartons nicht besonders schön ist.
Darum nahm ich das zuvor entfernte "Dach" und 
schnitt die Rückwand entsprechend der Hügellandschaft in sanften Wellen zu.

3. Für die Schablonen schnitt ich aus den Resten des Kartons kleine Wölkchen aus.
4. Mit den Klebepieces befestigte ich sie an der Rückwand und sprühte den Lack auf
(vorher an einem Rest testen, ob der Karton wellig wird).
Nach dem Trocknen entfernte ich die Wolken vorsichtig, 
schob die Rückwand an ihren Platz und fertig.

Tipp: Der leicht diffuse Rand der Wolken ist erwünscht.
Wenn du klare Linien bevorzugst, 
achte darauf, dass die Schablonen fest auf dem Karton aufliegen.




An diesem Tag schlief das Kleinste Kind natürlich zwei Stunden.
Z W E I  Stunden!
Wann bitte tut er das noch?

Irgendwann geruhte er dann doch zu erwachen 
und fand seine neue Spiellandschaft einfach nur toll.
Das freut sich doch die Mama.




Wenn ich eins wirklich mag, dann sind das low-budget-Projekte, wie dieses,
die (fast) nix kosten und einen so tollen Spielwert haben.
 
Ein paar ältere Beispiele.






 Hier findet ihr die oben erwähnten Paper Dolls.
Hier, hier und hier weitere tolle Papierprojekte und Beschäftigung für Ferientage.

Habt Spaß!

eure epipa 


Mittwoch, 16. Juli 2014

corners of our home: Erbstücke und Erinnerungen


Immer, wenn im ersten Stock mal wieder die Hölle los ist,
also praktisch täglich nie,
nutzen das Kleinste Kind und ich die vormittägliche Ruhe 
und machen dort wieder klar Schiff.

Betten machen, staubsaugen, 
einmal mit dem Wäschekorb in der einen und der freien anderen Hand 
durch alle Kinderzimmer
und im Vorbeigehen noch die Hausschuhe an ihren Platz kicken.

Das Kleinste Kind hilft nach Kräften mit, indem er
nachdem ich den Raum verlassen habe,
den Urzustand wieder herstellt und
freut sich sodann an seinem eigenen frisch aufgeräumten Zimmer.

Wenn ich fertig bin, 
mache ich mir zur Belohnung eine Tasse Milchkaffee,
setze mich dazu
und freue mich am Moment.




Wenn ich den Blick schweifen lasse,
sehe ich viele Erbstücke und Dinge mit Geschichte.
In dem Bett bespielsweise schliefen schon die beiden Großen.
Der Teppich lag einst in unserem Wohnzimmer.
Das kleine rote Kissen mit den Bulldogs ist ein Erbstück vom großen Bruder,
das ich nähte, als er selbst noch im Raketen-Laster-Bulldog-Alter war.
Wir kamen damals partout nicht an diesem Stoff vorbei.

Der Spielzeugkorb ist eigentlich für Feuerholz gedacht und ein Geschenk vom Opa.
Der gestrickte Hase ist von mir.
Der genähte Elefant ebenfalls.





Die Legofiguren sind noch vom Papa.




Der gelbe Stuhl ist ein Geschenk vom Patenonkel.
Der Rechenschieber vom Flohmarkt, 
das Buch von Ali Mitgutsch und vom Sandmännchen
 sind Erbstücke von den Großen.
Die Kissen habe ich selbst genäht und gehäkelt.




Den Ball und viele weitere habe ich als erstes Spielzeug gehäkelt, 
als das Kleinste Kind noch nicht mal krabbeln konnte.




Den dicken Schurwoll-Pullover habe ich in diesem Winter gestrickt (Post hier).

Übrigens: Draußen hat es fast 25°C, aber der Pullover musste sein.
Wem will ich widersprechen?




Uns gibt es ein schönes Gefühl, 
die Räume voll von Erbstücken und Erinnerungen zu haben.

Das geht ganz einfach.
Besuche einen Flohmarkt, surfe in Online-Auktionen, 
bekunde Interesse für altes Gerümpel.
Werte es mit einem Anstrich auf, repariere schadhafte Stellen 
oder befreie es einfach von seiner Staubschicht.

Manchmal reicht es auch schon, 
ein paar wenige Dinge selbst zu machen und im Raum zu verteilen,
um ein Zimmer mit Wärme zu füllen.

Hier findest du Anleitungen zu ein paar Stücken aus dem Kinderzimmer
und Links zur Anleitung, wenn ich sie selbst irgendwo fand.



Welche Schätze habt ihr Zuhause?


Freitag, 11. Juli 2014

Bavarian Baby Bermuda


Auch wenn man es im Moment nicht wirklich glauben mag
(während ich schreibe trage ich einen Cardigan
und zu Mittag servierte ich heiße Suppe),
es wird sicherlich wieder sommerlich heiß.

Inzwischen nähe ich mir den Sommer mit stylishen Baby Bermudas ins Haus.

In Ermangelung an Stoffen mit üppiger Flora und Fauna der Tropen
greife ich zu Omas ausgedientem Frotteevorhang im Rosendekor.
Ich weiß wirklich nicht mehr,
wo ich den wieder herausgezogen habe... vom Flohmarkt vielleicht?





So eine Hose ist in maximal einer halben Stunde genäht,
WENN man nicht fast doppelt so lange braucht,
um die Overlock wieder einzufädeln,
nachdem ein vorwitziger kleiner Kobold sie untersucht hatte.

Es gibt Menschen, die machen sowas jeden Tag,
ich gehöre leider nicht dazu.
So kann es also vorkommen,
das Mutti mit der Gebrauchsanleitung in der einen
und der Pinzette in der anderen Hand mit rauchendem Kopf und roten Bäckchen
vor dem Wunderding sitzt und fädelt,
was sicherlich ein nettes Bild abgibt.

Es klappte auch prompt beim zweiten Anlauf.
Hatte ich wohl eine Öse übersehen...




Für den Schnitt nahm ich eine aktuell gut sitzende Hose als Muster.
Mit einem Bündchen und Gummizug versehen, wird eine Hose daraus. 

Um dem Stoff das Mädchenhafte zu nehmen,
setzte ich zusätzlich noch eine gestreifte Tasche auf.
Das wars auch schon.




Dazu kombiniere ich ein weißes Poloshirt
und den gestrickten Pullunder von hier und fertig
ist meine bayerische Version eines Sommeroutfits.




Für unseren Shoot nahmen wir diesmal das Auto
und nutzen unseren täglichen Spaziergang mit Hund,
um uns ein Stoppelfeld zu suchen.
Nach gefühlten 283 geworfenen Bällen
machten wir unsere Bilder.





Damit es auch für den Kleinen spannend ist,
gabs zwei neue Büchlein aus meiner Lieblingsserie Babylit Literatur für Kleinkinder.
(ich erwähnte diese Bilderbücher auch schon einmal hier).
Dieses Mal zauberte ich Alice im Wunderland und Moby Dick aus dem Korb.

Falls das nicht reichen sollte, hatten wir auch noch
Lassie, Pünktchen und Anton und der Wolf und die sieben Geißlein
(alle vom Flohmarkt) im Gepäck.




Ach ja - und Kekse natürlich.
Ohne Kekse geht gar nichts. 

Auch ein Träger kann über so manche Not hinweg helfen.
Hilfe allerorten.









So.
Also... wir wären dann soweit.

Drei, zwei, eins - Sonne bitte.





Stühlchen: Ikea
Puppe: von mir
Bücher: siehe Text, die Empfehlung ist übrigens echt - no sponsoring
weltbeste Schere: ein Geschenk meines Mannes
Hocker, Stickbild: Flohmarkt
Hund: Appenzeller Sennenhund (weil immer wieder gefragt wird)
Stoppelfeld: Spende vom Bauern

Mittwoch, 9. Juli 2014

new in town


Heute habe ich wieder einmal einen Hühnerpost für alle Hühnerfans unter euch.

Am Sonntagmorgen nahmen meine Tochter und ich unsere Fahrräder und den Anhänger
und fuhren an Wiesen, Feldern und Kuhweiden vorbei zum Geflügelmarkt im nächsten Dorf,
der einmal im Monat stattfindet.
Das muss ich für euch wirklich einmal fotografieren.
Es gibt kaum etwas, das es dort nicht gibt.
Kaninchen groß und klein,
Hähne, Hennen, Küken der verschiedensten Rassen und Farben,
Tauben und Enten.
Meine selbstauferlegte Auflage nur zwei Hennen mit nach Hause zu bringen,
erforderte äußerste Willenskraft.
Ich stand schon schmachtend vor dem weltschönsten Hahn...

Ich nehme an, dass meine herzallerliebsten Nachbarn
mich mit Lobenshymnen, mit Blumen und Huldigungen überschütten,
mir bis ans Lebensende dankbar sind,
 dass ich Ihnen dessen Wohlgesang erspare.

Doch zurück zu unseren neuen Hennen.
Nach sorgfältiger Betrachtung und gemeinsamer Auswahl,
nicht zuletzt durch die kompetente Beratung des vermutlich knapp über zehnjährigen Verkäufers,
entschieden meine Tochter und ich uns für diese beiden Schönheiten.




Wir erstanden eine helle junge Grünleger (entsteht durch Einkreuzung mit Araucana)
und eine dunkle junge Maran.

Diese beiden werden in ein bis drei Wochen
die Farbpalette unserer Eier um ein zartes Türkisgrün 
und kräftiges Schokoladenbraun erweitern.

Wir können es kaum noch erwarten.





Die Ankunft der beiden Neuen haben wir dazu genutzt,
die jährliche Komplettreinigung des Stalls vorzunehmen.

Somit ist wieder für alle alles neu und die Eingliederung der Neuen stressfreier.




Wir haben die zerlegbaren Teile des Stalles ausgebaut,
von Verschmutzungen gereinigt und mit gelöschtem Kalk wieder frisch gekalkt.

Kalk wirkt desinfizierend, fungizid und präventiv gegen Parasiten.



Ein weiterer sehr positiver Nebeneffekt ist die weiße Farbe,
die den Stall auch an Schlechtwettertagen hell und luftig wirken lässt.

Der Kalk wird flüssig aufgetragen und ist auf dem Untergrund zuerst farblos.
Nach Trocknen der Farbe bleibt reines Weiß zurück.
An trockenen warmen Tagen geht das in nullkommanix.

Das war auch nötig, denn unsere Damen beschwerten sich bereits über das Behelfslegenest
und bestanden äusserst nachdrücklich auf ihre gewohnten Legenester.





Der fertig gereinigte und gekalkte Stall.




Keine fünf Minuten später bekamen wir das erste Ei des Tages.





Soweit heute von uns.
Bis bald und


liebe Grüße!

Montag, 7. Juli 2014

summer feelings & fruit salad


Entgegen der Unkenrufe sämtlicher Wetterfrösche 
verwöhnte uns der Sommer am Wochenende mit traumhaftem Wetter.

Am Morgen kaufte ich noch auf dem Markt Obst und Gemüse
und zauberte zum Mittag einen leichten frischen Fruchtsalat.

Wir lieben ihn.
Gekühlt serviert ist Fruchtsalat
eine unserer liebsten Erfrischung an heißen Tagen.
Noch schöner wird das Vergnügen,
wenn auch aus dem Garten Früchte beigefügt werden können.





Ich nehme:

1 Cantaloupe Melone
1 Apfel
1 Nektarine
Johannisbeeren rot und schwarz
(hier aus dem Garten)

---

Die Melone halbieren und die Kerne entfernen. 
Das Fruchtfleisch mit einem kleinen Löffel
(ich nahm einen Espressolöffel)
aushöhlen und beiseite legen.

Die Nektarine und den Apfel entsteinen, 
bzw. das Kerngehäuse entfernen
und in kleine Stückchen schneiden.

Zusammen mit den Melonenstückchen in der Melonenschale anrichten
und mit den Johannisbeeren garnieren.

Wer mag, kann den Fruchtsalat 
noch mit etwas Agavendicksaft oder Zitrone beträufeln.

---

Das wars auch schon.




Für den Abend hatten wir Freunde zum Grillen eingeladen.
Während mein Mann den Grill anheizte
und wir Salate und Beilagen bereiteten, bis sich der Tisch unter der Vielfalt bog,
stürmten mit großem Hallo
sieben Kinder und zwei Hunde durch unseren Garten.

Die Hühner guckten abwechselnd höchst interessiert durch den Zaun 
oder suchten empört gackernd das Weite, 
wenn sich eines der Kinder doch einmal mit dem Fußball verschätzt hatte.




Später saßen wir unter dem schönsten Sternenhimmel
den man sich denken kann
bei Kerzenschein und Rotwein
bis weit in die Nacht hinein gemütlich auf der Terrasse beisammen.

Das ist meine Vorstellung von Sommer.




Der Sonntag brachte noch schöneres Wetter und zwei neue Mädels.
Dazu mehr im nächsten Post.

Allen, die bereits Ferien haben wünsche ich eine wunderschöne Zeit.
Denen, die wie wir noch warten müssen, 
eine schöne Zeit bis dahin und die allerschönste Zeit, wenn es soweit ist.

Liebste Grüße!