Freitag, 22. Mai 2015

just a little sign of love

In unserer Straße wird gerade ein Haus abgerissen und wieder neu aufgebaut.

Das bedeutet einen Bagger und viele viele Lastwagen, 
die den Schutt abtransportieren.
Ich stelle dem Kleinsten einen Stuhl auf, so hat er direkten Blick auf das Geschehen.
Dazu ein paar Kekse in die Hand und glücklich ist er, 
wie ein kleiner Junge nur glücklich sein kann.

 Ich setze mich auf die Terasse und häkle an einem Projekt für das neue Buch.

Als schließlich der zehnte Lastwagen an unserem Haus vorbei gefahren ist, 
lässt die atemlose Faszination etwas nach (ausserdem sind inzwischen auch alle Kekse aufgegessen)
und unser Kleinster holt sich den Unimog.

Der Unimog ist schon mehr als zehn Jahre alt und gehörte einst dem großen Bruder.
Einer der Scheinwerfer fehlt,
die Achse ist schon mehrmals gebrochen und wieder geklebt worden
und - ganz bedauerlich - die Ladefläche, der Kipper, fehlt ebenfalls.

Doch trotz all dieser Mängel ist der Unimog immer noch da und wird bespielt.

Während ich also häkle, spielt unser Kleinster den Abriss nach, 
lädt mit dem Bagger Steine auf und transportiert sie ab.
Als zum wiederholten Male die Steine von der Ladefläche fallen, 
ist er frustriert und traurig.

Ich biete ihm einen anderen Laster, aber den mag er nicht.

Kleine Tränen glitzern in seinen Augen.
Er ist wütend und frustriert.

"Weißt du was?
Ich geb dir jetzt einen Keks, 
du schaust dem Bagger noch mal zu und ich überleg mir was.
Sollen wir es so machen?"

Ein kleines Köpfchen nickt und lässt sich überreden.

Der Papa ist in der Schule.
Darum helfe ich ihm nach meinen Möglichkeiten.




Just a little Granny Square.






Wie einfach man Kinder glücklich machen kann.
Und wie schön schön schön das ist.





Habt ein schönes Wochenende.



Mittwoch, 20. Mai 2015

Sewing Baskets - 200 m - Part II


Der Korb für das Zimmer des Töchterleins ist fertig.

Genäht habe ich ihn in einer Kreativ-Pause meiner kreativen Arbeit.
Die Pausen will ich zwar regelmäßig partout nicht einsehen, 
aber wenn sich zum fünften Mal die Masche mit der Nadel verheddert, 
ich mich zum dritten Mal verzählt habe,
die Pixel oder Buchstaben wieder einmal vor den Augen zu verschwimmen beginnen,
weiß ich, es ist Zeit. 


Der Geist wär ja willig,
aber bitte...
 



Dann gehe ich eben zu den Hühnern. Eier holen.
Ich tanke frische Luft, Sonnenstrahlen oder Regentropfen mit inbegriffen,
lasse den Blick über Entfernungen von mehr als 50cm schweifen
(es dauert manchmal tatsächlich etwas, bis die Augen wieder scharf stellen)
und mach kurz mal ganz was anderes.




Kurz mal ganz was anderes war in diesem Fall der Korb für meine Tochter.
Diesen nähte ich im Farbverlauf und wählte dafür zwei unterschiedliche Violett-Töne.

Ich könnte jetzt natürlich mächtig mit der bauchigen Form angeben,
z. B. wie präzise man dafür nähen muss, 
ab welchem Punkt man der Symmetrie wegen den Radius verkleinern sollte 
und wann man den Korb wieder "öffnet".

Tatsächlich war das Ganze Zufall, 
da ich ab einem gewissen Punkt etwas zu fest genäht habe.
Ich habe lediglich die Weite der Öffnung gezielt gesteuert, 
um mein ästhetisches Empfinden nicht zu echauffieren.




Kurz: 
Ich habs gerettet und sieht aus wie Absicht.
Das Ergebnis gefällt mir sogar sehr gut. 


Wie mein Kunstlehrer schon zu sagen pflegte:
Beim Malen kann man keine Fehler machen.
Lasst es fließen.


Liebe Grüße,
habt einen schönen Tag!



PS: Weil immer wieder gefragt wird, die Kordel bestellte ich hier.




Sonntag, 17. Mai 2015

Ein Wochenende in den Bergen

Unser Kleinster und ich sind an diesem Wochenende allein Zuhaus.

Mein Mann und die Großen sind mit Freunden auf dem Berg 
und bleiben über Nacht in einer Hütte.
Kochen und heizen kann man nur mit einem Holzherd.
Fließend Wasser gibt es nicht,
man muss es aus einem kleinen Seitenausguß der Kuhtränke ablassen. 
Diese steht aber nicht gleich neben der Hüttenwand, 
ein paar Meter muss man schon auf sich nehmen, um dorthin zu gelangen.




 Die Schlafräume bestehen aus zwei großen Stockbett-Matrazenlagern,
die kleine Speisekammer ist nur über ein paar Stufen zu erreichen
und die Küche mit dem Holzofen (der einzigen Heizgelegenheit) und einer kleinen Eckbank
passt in unseren Gemüsegarten und das Handy hat kein Netz.

Es ist herrlich.





Wir waren im letzten Sommer für drei Tage mit Freunden, 
insgesamt sechs Kindern und zwei Hunden dort (die Bilder stammen von diesen Tagen).
Der Aufstieg dauert etwas mehr als zwei Stunden und verlangt streckenweise schon so einiges,
aber endlich oben angekommen wird man für all die Mühen belohnt.



 
Das Panorama ist herrlich.
Die Glocken der Kühe, die sich frei bewegen dürfen 
und an einem Tag über das gesamte Plateau wandern, bimmeln in der Ferne
und egal welches Wetter herrscht (wir hatten beides, Regen und Sonne), 
man kann es sich unglaublich gemütlich machen.




Mein Mann spielte Gitarre,
und auf dem Holzofen kochte das Wasser für Kaffee und Tee.




Die Kinder spielten Brettspiele und dachten sich am Abend
ein hochdramatisches Theaterstück á la Van Helsing aus, 
das sie im Dunkeln nur im Licht
 der dramaturgisch passend eingesetzten Taschenlampen aufführten.

Es war grandios.




 Gekocht wurde über dem Feuer.
Ich habe noch nie, niemals eine so gute Nudelsuppe, 
so gute Kasspatzen (Käsespätzle) oder Brotzeit gegessen.



 
Als der Regen am nächsten Tag aufgehört hatte und die Sonne schien, 
veranstalteten die Kinder nach der Morgentoilette ein Wetttauchen in der Kuhtränke,
die von einer Quelle gespeist wird.
Wer kann am längsten aushalten?
Ich möchte dazusagen, dass das Wasser gefühlt kurz vor dem Gefrierpunkt steht.

Meine Tochter übernahm freiwillig das Zählen,
ich beschränkte mich aufs Fotografieren.





Das waren wirklich wirklich schöne Tage.

Diesesmal konnten unser Kleinster und ich leider nicht dabei sein,
daher ist es umso schöner gemeinsam mit euch in Erinnerungen zu schwelgen.

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende 
und einen guten Start in die neue Woche.


PS. Danke für eure schönen Kommentare zu 
epipa ist Lieblingsblog.
Wir haben uns sehr gefreut.

Montag, 11. Mai 2015

epipa ist Lieblingsblog!


epipa wurde zum Lieblingsblog im Mai des Magazins
 Mein schönes Land gewählt.

Darüber freue ich mich wirklich sehr,
ich kann es kaum in Worte fassen.




Wer schon immer mal ein bisschen mehr über epipa wissen wollte,
wird hier fündig werden.
Auf dem Blog von Mein schönes Land beantworte ich Fragen
zu epipa und meiner Person,
die auch für die langjährigen Leser unter euch noch etwas Neues bieten.
Ich erzähle zum Beispiel aus den ganz frühen Anfängen,
wie es überhaupt dazu kam, dass es epipa gibt
und warum es zu dem geworden ist, was es heute ist.
Untermalt wird der Artikel von vielen schönen Bildern
aus unserer Art, das Land-Leben zu zelebrieren und wie wir es genießen.

Aber bevor ich aber zuviel verrate:
Zum Artikel geht es hier oder hier entlang.




Ich freue mich 
wie blöd und hüpf singend im Dreieck, 
während hier die Sektkorken knallen und Konfetti auf uns regnet
wie es sich gehört mit höflicher Zurückhaltung,
man erlebt sowas schließlich beinahe täglich.





Schauplatz dieser Bilderserie: Die Wiese hinter unserem Haus.
Leiterwagen: Ein Geschenk des Patenonkels
Holzrechen: Unsere eigenen für den Garten
Wimpelkette: Von mir (das Tutorial habe ich hier veröffentlicht)






Ach ist das schön!


Herzliche Grüße!




Donnerstag, 7. Mai 2015

Holz Puzzle {DIY}

Heute zeige ich euch das Holzpuzzle unseres Kleinsten,
das mein Mann und ich ihm zu Weihnachten geschenkt haben.

Ich hatte ganz vergessen, es zu posten.
Erst, als ich meine Körbchen zeigte, 
fiel mir meine Bilderserie zum DIY der Holz Bausteine wieder ein.


Nun denn, dann mal los.

Wie die meisten meiner Projekte, ist auch dieses wieder ein ganz einfach gemachtes kleines Geschenk,
das das Budget schont und auch für einen zeitlich eng strukturierten Tagesablauf machbar ist.
Das hab ich jetzt schön gesagt, gell?

In kurz:
Heute habe ich ein super simples DIY für euch.
Kost nix, geht schnell und macht kleine Menschen glücklich.





So einfach gehts:

Material:

Acrylfarbe aus dem Bastelladen
hier: weiß, gelb, blau, grün
Borstenpinsel
Tesafilm
Holzklötzchen 4x4 cm 

*

In unserem Fall bat ich meinen Mann, 
ob er nicht aus seinen Holzabschnitten Klötzchen herausschneiden könnte.
Wer keinen Schreiner oder Hobbyschreiner im Haus hat, muss nicht verzweifeln:
Es geht auch mit Laubsägeholz oder noch einfacher:
 mit starkem Pappkarton, wie sie im Supermarkt in Massen herumstehen.
Das ist allerdings auf die Dauer nicht so fürchterlich stabil.

*

Die Klötzchen für eine saubere Kante diagonal mit Tesafilm abkleben.
Farbe nach Belieben mischen und mit gleichmäßigen Pinselstrichen auftragen. 
Kurz etwas antrocknen lassen und den Tesa vorsichtig abziehen, bevor die Farbe ganz trocken ist.
Sonst kann es sein, dass die Farbe "absplittert"
Ich habe die Klötzchen zum Teil zweifarbig, zum Teil farbig/natur bemalt.

*

So.
 As simple as that.
Das wars eigentlich auch schon.






 Die Farbtöne mischen:

Da könnt ihr euch nach Belieben austoben.

So habe ich es gemacht:
 Das harte Weiß milderte ich mit einem winzigen Schuss gelb in ein warmes Creme ab.
Für einen schönen Pastellton mischte im Verhältnis 3:1 
GELB: weiß und gelb,
GRÜN: grün und gelb,
BLAU:  blau und weiß

Sollten die Farben noch zu hart wirken,
ggf. noch einen Schuss Creme beimischen.





 Und dann kanns auch schon losgehen.





Wir lieben dieses Puzzle, weil es so simpel ist 
und gleichzeitig so viele verschiedene Möglichkeiten bietet.

 Aus ein paar einfachen Dreiecken werden Straßen, Tannenbäume, Pfeile und Windräder.
Das ist Geometrie zum Anfassen und Lernen, ohne groß darüber nachzudenken.




Ich mag Dinge, die Mehrwert haben.





Ich wünsch euch ganz viel Spaß damit.

Wer Lust hat, setzt einen Link in den Kommentar, dann komm ich vorbei,
Ergebnisse gucken.


 Liebe Grüße
eure epipa