Dienstag, 21. April 2015

spring has sprung

Der Abgabetermin meines zweiten Buchs rückt näher, 
während im Garten der Frühling Einzug hält
und mein Mann die erste Prüfung hinter sich gebracht hat.
Die nächste steht in bereits in ein paar Wochen an.
Über Langeweile kann sich hier momentan wirklich niemand beklagen.

So schön schnell und übergangslos ist ein Februar noch nie zu Mitte April geworden.




Wenn wir nicht arbeiten oder lernen, 
verbringen wir unsere Zeit mit den Kindern und im Garten.

Spaliere für die Obstbäumchen und meine inzwischen recht stattliche Kletterrose 
werden von meinem Mann gebaut und an den Hausmauern angebracht,
der Gartenschuppen entrümpelt und Altes in seine Bestandteile zerlegt, 
was die Jungs gerne übernehmen.




Ich befreie den Gemüsegarten vom Unkraut,
und erziehe mit Fingerspitzengefühl meine Bäumchen am Spalier,
so gut sie es sich noch gefallen lassen 
und versuche dabei keine der bereits geöffneten Blüten zu verletzen.
Ja, ja, wir sind damit reichlich früh dran, ich weiß.
Ähem.
Lieber spät als nie, wie ich gern zu sagen pflege.




 Nach getaner Arbeit pflanzen meine Tochter und ich im Gemüsegarten 
Erbsen, Steckzwiebeln, Kresse und die ersten Radieschen, 
diese allerdings zusammen mit den Salatpflänzchen im Frühbeet.
Immer in Gesellschaft unserer Hühner, die erwartungsfroh zu uns hinüber sehen.
Ab und an fliegt dann auch eine Nacktschnecke über den Zaun.
Der Hahn tut so, als wäre das alles sein Werk 
und ruft mit stolzgeschwellter Brust die Damen zum dîner.
Er ist Franzose, darum bitte in französischem accent.
Merci.




Der Hund liegt auf seinem Lieblingsplatz vor der Haustür in der Sonne.
Hier hat er uns alle im Blick und das ganz ohne aufzustehen.




Die Katzen tummeln sich irgendwo in den Wiesen rund ums Haus 
und kümmern sich um unser Abendessen.
Stolz maunzend legen sie ein bis zweimal täglich eine Maus auf die Terrasse
und erwarten Lobeshymnen.
(Ich nehme an, ihr legt keinen gesteigerten Wert auf dieses Bild?)

Ich lobe, versuche sie aber davon zu überzeugen, dass wir gut versorgt sind.
"Aber Kija, das wär nun wirklich nicht nötig gewesen."
Sie besteht darauf.
"Na gut. Schatz, schmeiß schon mal den Grill an."

Und?
Bei euch so?


Donnerstag, 12. März 2015

Neuer Look

Die ersten Schritte waren bereits vorgestern zu sehen:
Ich fand die Zeit für ein neues Layout gekommen.

Eigentlich wollte ich ja nur ganz schnell noch vor einem Termin die gut gefüllte Sidebar rechts aufteilen, 
doch ein falscher Klick führte dazu, 
dass der Blog plötzlich gelb-orange im Farbverlauf mit knalltürkiser Schrift leuchtete.

Iiiieeks!

Und kaum Zeit um noch irgendetwas zu reparieren!
Voheriges Backup zur Sicherheit?
Ha.Ha.

In Windeseile änderte ich wenigstens Schrift und Hintergrundfarbe, 
schob alles wieder zürck an seinen Platz und verließ das sinkende Schiff
wenigstens mit der Gewissheit, dass es nicht sofort untergehen würde.

Gestern fand ich dann die Zeit, 
alle am Layout selbstgeschraubten CSS-Befehle wieder einzufügen.
Wer sich dafür interessiert: 
hier findet ihr viele großartige Tutorials für eigene Blogbasteleien.

Als ich vor ein paar Wochen nach einigen DIYs von mir gefragt wurde, 
zusagte und als Wunsch dann auch noch ein Profilbild des Bloggers, 
also mir, gewünscht wurde,
gings ans Bildermachen.

Das Problem:
Ich funktioniere wesentlich besser hinter der Kamera.

Stellt meine Kinder mit einem Jutesack in den Wald - 
das sieht dann aus, als ob gerade eine neue Modelinie kreiert worden wäre. 
Völlig lässig und selbstverständlich oder zuckersüß, ganz wie gewünscht.
Stellt mich ganz normal irgendwo hin - 
das sieht dann aus wie ein Spendenaufuf.

Nach gefühlten 382 Bildern, drei Fotografen und unzähligen
"ned reden Mama, schau moi so,
na, lass mal die Brille so,
tu die Haare hier hin,
na schee lacha,
na Mama, so ned da griangs ja Angst..."
 kamen dann doch ein paar brauchbare Bilder raus.

Schön, wenn das Leben immer wieder neue Herausforderungen bereit hält.




Wie dem auch sei:
Ich hoffe, euch gefällt das neue Layout so gut wie uns
und ihr fühlt euch hier auch weiterhin wohl.

Alles Liebe
Habt einen schönen Tag.

eure epipa


PS. Freut mich, dass euch mein Tortellini Salat gefallen hat.

Mittwoch, 11. März 2015

Tortellini Salat oder Plan B


Was koche ich heute?

Es gibt Tage, an denen will mein Geist einfach nicht kreativ sein.

Für solche Fälle habe ich darum immer ein kleines Notfall-Programm in Kühlschrank und Speisekammer.
Salat, Tomaten, Zwiebeln, Nudeln, Couscous, Bulgur, guten Käse, 
etwas Schinken, geräucherten Lachs etc.

Für den Fall, wenn ich dann so gar nicht weiß, was ich kochen soll, 
oder mich wieder einmal die Uhr sowas von überholt hat, 
weil ich gerade mitten in der Arbeit an meinem neuen Buch so versunken war,
dass ich Zeit und Raum völlig vergessen habe,
habe ich einen Plan B ausgearbeitet.

Wenn ich nicht der Routine des alltäglichen Lebens unterworfen wäre, 
wie Kindergarten, Hund oder Schulbus, 
Arzttermine oder Klavierstunden...
Ich würde vermutlich einfach aufhören zu essen oder zu atmen, 
wenn das nicht ohnehin automatisch ginge.

 Plan B ist meine imaginäre Liste der Last-Minute-Menüs, 
die praktisch aus dem Stand aus dem Ärmel geschüttelt werden können.

Plan B war gestern Tortellini Salat.
 



 Wir hatten einen so herrlichen Frühlingstag, dass ich einfach einen Salat machen musste.
 Frische Tortellini aus dem Kühlregal waren im survive-den-Autor-Vorrat vorhanden,
ebenso Salat und alle weiteren Zutaten. 

Der Tortellini Salat schmeckt nach mehr, geht superfix und sättigt, ohne zu belasten.
Das ist praktisch, wenn der restliche Tag geistig noch fordert.





So habe ich es gemacht:

500g Tortellini aus dem Kühlregal
3 kleine Tomaten
1 kleine rote Zwiebel
2 Frühlingszwiebeln
1 Handvoll Feldsalat Röschen
etwas Feta
Olivenöl
Rotweinessig
Salz, Pfeffer

Tortellini nach Packungsanweisung kochen, abgießen und zum Auskühlen beiseite stellen.

Feldsalat waschen und abtropfen lassen
Tomaten vierteln, 
Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden,
 rote Zwiebel halbieren und in Streifen schneiden.
Die noch warmen Tortellini in eine Salatschüssel geben, 
Tomaten und Zwiebeln dazugeben und mit den Feldsalat anrichten
Den Feta zwischen den Fingern zerbrökeln und über den Salat streuen.

Mit etwas Rotweinessig und Olivenöl beträufeln.
Ggf. mit Salz und Pfeffer abschmecken.


So.
Noch schnell im schwindenen Tageslicht ein paar Bilder gemacht,
fix mit zehn Fingern durchs Haar gefahren, 
einmal auf die Lippen gebissen und in die Wangen gezwickt ;o)
und schon kann man dem Herrn Gemahl nach einem vollgestopften Schultag
(in zwei Wochen steht die erste Prüfung an),
ein 1a-Muntermacher-Menü kredenzen. 

Für alle, die auch ab und zu mal einen Plan B brauchen können,
hier noch das Rezeptkärtchen zum Mitnehmen.
 




Kleine Variation:
superlecker mit Garnelen und Oliven.

Die fielen allerdings dem letzten Plan B zum Opfer.


Liebste Grüße
eure epipa

survive



Freitag, 6. März 2015

grown - ein Hühnerpost


Wollt ihr wissen, was aus unseren kleinen watteweichen Flauschbällchen geworden ist?

Kaum vergeht ein halbes Jahr,
sind neun kleine Küken zu neun großen Junghühnern herangewachsen.

  Inzwischen ist die Rasselbande groß, zwar noch nicht ganz fertig, 
man sieht ihnen den jugendlichen Schlaks noch an,
aber eindeutig groß.




Bei uns heißen sie noch immer die Küken
Da das aber nicht mehr so ganz der Realität entspricht, 
hat sich seit einiger Zeit der Zusatz eingebürgert
 die Küken - die keine mehr sind.
Wir könnten auch Junghühner sagen, aber das wäre wohl zu einfach.
Da ist man ja gleich durch.





Was uns besonders freut:
Wir haben keins verloren und alle gut über den Winter gebracht.

Ein kleiner Rückblick









Hier, hier und hier erzählte ich bereits von unserem Abenteuer
mit unserer Glucke, unbedingt Küken haben wollte.




Alle, bis auf eines, haben die hübsche schwarz/weiß columbia Zeichnung ihrer Brahma-Eltern bekommen.
 Es waren zwar auch zwei Marans und zwei Vorwerkdamen beteiligt, 
die schlagen aber nicht so recht durch.

Das einzige, Küken, das von jeher farblich aus der Reihe tanzt, ist weiß.
Es ist das erklärte Lieblingsküken.
Natürlich lieben wir sie alle, 
aber dieses ist schon ganz besonders süß.

Schon wieder passiert.
Ich sagte dieses.
Es ist ein Hahn.
Also er ist ganz besonders süß.




Wie alle unserer Hühner ist er sehr zutraulich.

Wir haben zwar auch Hühner,
die nicht unbedingt gesteigerten Wert auf stundenlange Streicheleinheiten legen,
doch die meisten von ihnen genießen es, aus der Hand zu fressen 
oder auch mal auf dem Knie sitzen.

Als ich eines Abends beim abendlichen Routinerundgang, 
 gar nicht mehr aus dem Hühnerstall zurück kam, 
ging mein Mann mir hinterher, da er befürchtete, mir sei etwas passiert.
Tatsächlich hatte sich eine der Junghennen auf mein Knie gesetzt
 und wir haben uns unterhalten.

Ja, ich gebe es zu, ich rede mit Hühnern.
Und sie mit mir.
Das hat sich im Laufe unseres Zusammenlebens so ergeben.

Man möchte schließlich nicht unhöflich sein.




Inzwischen konnten wir auch ausmachen, 
wer von unseren Jungen was ist.
In den ersten Tagen versuchte ich mit der Feathersexing Methode eine vorsichtige Prognose
und kam auf 8 Hennen und 1 Hahn.
Das musste ich allerdings revidieren.
Wie es jetzt steht, haben wir 5-6 Hähnchen.

 Das wird auf die Dauer natürlich eng mit so vielen Hähnen auf einem Raum.
Da ich hier viele Hühnerhalter, bzw. Hühnerhalter in Planung mitlesen:
wenn jemand von euch noch einen Hahn möchte, 
wir würden sie in gute Hände abgeben.
(bei Interesse bitte einfach eine email an mich).

Selbst können wir leider keinen unserer Süßen behalten 
sonst wäre das mit Sichereit unser hübscher weißer Casanova geworden,
aber wir haben bereits einen Hahn.




Gestatten?

Gustav 
(bitte mit französichem Akzent zu lesen, also Güstaf)
Banausen nennen ihn Gustl.

Bei der Vorbereitung dieses Posts fiel mir auf, dass ich ihn noch gar nicht vorgestellt habe.
Hoppala.

Wir haben ihn von demselben Hühnerhalter, 
von dem wir auch schon unsere Bruteier bekommen haben.
Da er selbst einen adulten Hahn und drei Junghähne hatte,
haben wir ihn vor dem Topf gerettet.

Doch Gustavs Geschichte muss ich ein anderes Mal erzählen, 
das sprengt hier sonst den Rahmen.

Bis dahin liebe Grüße,
habt ein schönes Wochenende

eure epipa-Familie

Mittwoch, 4. März 2015

dudidudidum oder Szenen aus dem wahren Leben

1. Akt - erstes Bild

Der Vorhang öffnet sich.

Das Kleinste Kind spielt am Boden und singt ein buntes Medley aus Kinderliedern,
vermischt mit Dialogen zum Geschehen.
Während Autos zu großen Parkplätzen arrangiert,
Feuerwehr und Polizei zu Unfällen gerufen werden,
kommt es spielend dem Sofa immer näher.
Hier sitzt die Mutter.

Plötzlich wird das Kind ihrer noch in der Versunkenheit seines Spiels gewahr.
Die ganze Aufmerksamkeit richtet sich auf deren Tätigkeit.
Sie häkelt.

Beginn der Szene.

"Sneheflöckchen, Weißröckchen wahann kommst du gesneit,
duhu wohnst in den Wolken
dudidudidum auf unsrer Wiese gehet was ...
er hat ein rotes Röcklein an und trägt auch rote Strümpfe
fängt die Frösche snapp snapp snapp
- Oh nein, jetzt sans zamgrennt, snell die Polizei, tatütata -
ihr Kinderlein kommet...
Was machst du da Mama?"
 "häkeln"
"I mog a häkeln"
"Du magst auch häkeln?"
"Ja"
"Na dann komm"

Die Mutter reicht dem Kind eine große Häkelnadel und ein Garnknäuel.
Versunken beginnt der Knirps mit der Nadel und dem Garn zu hantieren.
Kann man ja später wieder aufrollen.
Die Mutter konzentriert sich wieder auf ihre Arbeit - es ist gerade knifflig.
Während sie zählt, auftrennt, wieder neu anschlägt, zählt, 
hört sie mit halbem Ohr dem Kindergesang zu.

"...grün grün grün sind alle meine Kleider,
darum lieb ich alles was so grün ist,
weil mein `Satz ein Jäger Jäger ist
dudidudidum darum lieb ich alles was so blau ist
- mus i häkeln -
snap snap snap wer kann das erraten
- Oh, Sere, mus i sneiden -
dudidudidum
Dschingel Bes, Dschingel Bes, Dschingel ol se wey..."

Bei dem Wort "Sere" klingelt ganz sanft etwas irgendwo in meinem Kopf.
Am Ende der Jingle Bells, läutet es lauter, 
Schere? Schere!

Das Kleinste Kind zupft bereits fleissig Fäden aus dem Knäuel
und schneidet snapp snapp snapp.

Kurze Schnappatmung - es ist die Große mit der scharfen Schneide -
dann komplimentiere ich sie ihm aus der Hand
(ich schimpfe nicht, schließlich macht er nur nach, was er bei mir sieht).
"Oh in die Wolle schneidet man nicht, 
nur die losen Fäden wenn man fertig ist.
und diese Schere ist gefährlich, da kannst du dir weh tun,
die gibst du besser wieder mir.
Da hast du ja ganz toll gehäkelt, zeig mal..."

Der Knirps führt stolz sein Gewirr aus Schlaufen und Knoten vor,
die ich gebührend bewundere,
und widmet sich anschließend wieder den Autos, 
Parkplätzen und Polizeieinsätzen auf dem Boden.
Es wird nie langweilig.

Dann gibts eben bald wieder Granny Squares.
Für die braucht man scraps.




Liebste Grüße
heute ganz besonders an alle Kleinkinder dieser Welt,
ohne die das Leben nur halb so viel Farbe hätte finde ich

 eure epipa