Mittwoch, 15. Oktober 2014

back to school cookies


Mein Man hat Anfang diesen Jahres beschlossen,
sich einen Traum zu erfüllen,
wieder die Schule zu besuchen und 
seinem gelernten Beruf Schreiner den Meistertitel hinzuzufügen.

Das bedeutet, dass sich nun auch er allmorgendlich mit Rucksack,
Zeichenblock und Laptop auf dem Weg macht.
Und es bedeutet eine weitere Lunchbox morgens, die gefüllt werden möchte.




Vor uns liegt also ein zeit- und arbeitsintensives Jahr, mit viel Lernen und Studieren.

Und Hausaufgaben.
HAUSAUFGABEN

Die Kinder sind begeistert.
Während Papa zeichnet, sitzt unser Ältester daneben und lernt seine Latein-Vokabeln.
Wir haben festgestellt, dass nicht nur Begriffe aus dem Alltag,
sondern auch die Zaubersprüche aus Harry Potter
viel mit lateinischen Vokabeln gemeinsam haben.
Das gibt noch einmal den Schuss extra Motivation.



 


Die Zutaten für unsere kernigen back-to-school-cookies fand ich in der Speisekammer.

Wir sind große Fans des Frühstücks-Müslis.
Haferflocken, Crunchies, Rosinen, frische Erdbeeren, Bananen-, Apfel- oder Schokostückchen, 
Cornflakes... wir mischen unsere Lieblingssorte am liebsten selbst.

Da erschienen mir Müsli Cookies für die Schule perfekt.

Das Grundrezept dafür fand ich hier, habe es aber variiert,
um unsere Cookies mit unserer bereits gemischten Lieblingssorte zu backen.





Und hier meine Variation mit unserem Frühstücksmüsli:
Originalrezept, wie gesagt, hier.


125g weiche Butter
120g Zucker
1 Ei
125g Mehl
150g Hafer Crunchies (vergleichbar mit Knuspermüsli)
150g Müsli gemischt 

unsere Mischung besteht aus:
2/3 Haferflocken grob und 1/3 Rosinen, Leinsamen und Sonnenblumenkernen


Die Butter in einem Topf bei mäßiger Hitze schmelzen lassen (sie darf nicht kochen). 
In der Zwischenzeit das Ei mit dem Zucker verrühren, bis er sich zu lösen beginnt.
Die flüssige Butter unter rühren in den Eizucker gießen, das Mehl hinzugeben
und alles zu einem gleichmäßigen Teig verquirlen.
Die Hafer Crunchies und die Müslimischung mit einem Kochlöffel unterheben
und gleichmäßig in den Teig einrühren.

Den Backofen auf 175°C vorheizen.
Die Backbleche mit Backpapier auslegen und mit den Händen Kugeln 
von ca. 4 cm Durchmesser formen. 
Diese auf das Backpapier aufsetzen und leicht andrücken.

Die Cookies ca. 15 min. goldbraun backen.
 



Für diesen Shoot stöberte ich in der Werkstatt meines Mannes nach geeigneten Requisiten,
also nach Werkzeugen, die er immer benutzt,
wenn er wieder einmal etwas Schönes für unser Zuhause baut.

Ich glaube, das mache ich öfter.
Da liegen, hängen, stehen so viele herrliche Dinge!



   




Meine Version der Cookies kam sehr gut an.
Kunststück, wenn ich schon das Lieblingsmüsli nehme.
Sie schmecken unglaublich gut und wanderten sofort für die nächsten Tage in die diversen Lunchboxen.
Und wenn es morgens mal wieder etwas eiliger gehen muss, 
was ja höchstens vier Tage in der Woche gar nie der Fall ist,
schmecken die Cookies auch den Eltern zum Kaffee.
...wenn alle glücklich auf den Weg gebracht sind.

Die Krümel reißen uns dann schließlich auch noch die Hühner aus den Händen-
was will man mehr?




Ich bin gespannt, was dieses Jahr und alle folgenden bringen werden.
Es ist ein gutes Gefühl, einen Traum zu verwirklichen.
Herzliche Grüße
eure epipa


Props: aktuelles Werkzeug meines Mannes
Holzwand: mein Mann 
seine Lunchbox: MATO 
Leinen: Flohmarkt



Montag, 6. Oktober 2014

say hello - Teil II

Wir erfüllten unserer Glucke in diesem Jahr ihren Kinderwunsch.
Da wir zu diesem Zeitpunkt keinen Hahn hatten,
besorgten wir für sie Bruteier (wir erinnern uns).

Wir wollten ca. 4-5 Küken zu unserer Schar dazugesellen.
Ein Bauer, der selbst seit Jahren ganz entzückende Zwerg Cochins züchtet,
empfahl mir zehn Eier, weil
"olle kemman sowieso ned, a por wern a nix."
(nicht aus allen Eiern schlüpfen Küken)
Im Internet las ich ebenfalls von Schlupfraten um die 40-60%.
So weit so gut.

Als wir unseren Eierlieferanten gefunden hatten, baten wir darum auch ganz artig um mehrere Eier.
Zwei durften wir gleich mitnehmen, 
die anderen würden im Laufe des Tages und am nächsten Tag folgen.
Sieben Eier legten wir unter, zwei bekamen wir noch mit dem Zusatz
"Hier hob I no zwoa aus der Speis, die san aber, mei, so um die zwoa, drei Dog oid.
Vielleicht werns wos, vielleicht a nix. Probierstas hoid"
(Hier habe ich noch zwei Eier aus der Speisekammer. Sie sind ca. zwei, drei Tage alt, 
vielleicht werden sie was, vielleicht aber auch nichts. Probiers einfach.)
Also legten wir auch diese beiden Eier noch unter.




Und warteten.
Und warteten.
KÖNNT ihr euch vorstellen, wie lang 21 Tage werden können?

Nun haben wir eine von den Glucken, die ihre Aufgabe sehr ernst nehmen.
So ernst, dass sie weder zum Essen, Trinken oder für die Toilette aufstehen.
 Darum hoben wir unsere Mama in spe zwei bis dreimal täglich vom Nest 
und ermunterten sie zum fressen.
Sie pickte mit einer Geschwindigkeit, dass uns schon beim Zusehen schwindelig wurde,
nahm noch zwei drei Schluck im Vorübergehen 
und saß, bevor wir uns versahen, auch schon wieder auf dem Nest.

Die erste Woche betreuten wir sie selbst, 
in der zweiten hatten wir schon Urlaub geplant, den wir nicht verschieben konnten,
darum kümmerte sich eine Freundin liebevoll um Hühner und Glucke.
Wieder aus dem Urlaub zurück wollten wir die Eier schieren.
Dazu werden sie vorsichtig aus dem Nest genommen 
(keine schnellen oder hastigen Drehbewegungen, das kann die Küken schädigen)
und mit einer starken LED-Lampe durchleuchtet
(Glühbirnen werden heiß, dass kann die Küken...).
  
Jetzt waren wir ja wirklich neu auf dem Gebiet - so richtig ahnunglos.
Also suchte und fand ich ein ganz wunderbares Video, in dem sehr gut erklärt wird, 
woran man erkennt, dass die Eier befruchtet sind.
Das sich dadrin wirklich was tut eben.
Im Video wird genau erklärt woran man unbefruchtete, befruchtete und abgestorbene Eier erkennt
(ab Minute 5, ganz genau in Minute 6:45).
 
Nachdem die Kinder und ich uns also entsprechend informiert hatten,
machten wir uns ans Werk.
Wir fanden heraus, dass alle Eier befruchtet waren.
Bei dreien waren wir uns nicht sicher, ob sie nicht vielleicht diesen "Hexenring" aufwiesen, 
der andeutet, dass das Ei abgestorben ist.
Gemeinsam beschlossen wir, auch diese Eier vorsichtshalber wieder hinein zu legen.
 Und warteten.

Am 20. Tag ging ich wie jeden Morgen noch vor dem Frühstück in den Stall, 
ließ die Legehennen hinaus, füllte Futter und Wasser nach 
und dachte mir noch, dass die Spatzen heute morgen aber wieder ganz besonders laut...
als es *click* machte.

Nein, oder?
Sollten sie wirklich schon einen Tag früher...?

Ich hob die Glucke von ihrem Nest und was sah ich?
 



Vier kleine gelbe Flauschbällchen, eines noch ganz feucht, gerade erst geschlüpft,
zwei weitere Eier wiesen bereits kleine Löcher auf.
Ich musste wirklich schlucken, so gerührt war ich.
Ich sammelte die zerbrochenen Eierschalen ein und ging ins Haus zurück.
Wortlos zeigte ich sie meinem Mann und den Kindern.
Sie dachten zuerst, mir wären die Eier beim Einsammeln herunter gefallen.
 
 Ich schüttelte -noch immer sprachlos- den Kopf.
Nein. 
 
Mein Mann verstand als Erster, dann bekamen auch die Kinder große Augen.
Und wie sie sich freuten! Noch mehr als an Weihnachten.
Jetzt kullerte mir doch eine Freudenträne die Wange herunter.
Ich bin da wikrlich schlimm mit sowas.

Gemeinsam gingen wir wieder in den Stall und 
hießen unsere allerersten eigenen Küken willkommen.
 
 
 
 
Zwei Stunden später waren es schon sechs.
So ging es den ganzen Tag, 
bis abends um halb neun auch das neunte direkt in meiner Hand schlüpfte

Wir hatten also neun kleine Überraschungseier,
zwei davon aus der Speisekammer, wohlgemerkt.
 
Neun.
"Nimm zehn Eier - alle werden eh nix."
Neun.
"...Schlupfrate so zwischen 40-60%..."
Neun. 
Schlupfrate 100%
HUNDERT
 
 
 
 
 Dieser Sonntag war einer der schönsten unseres Lebens.
 
 
 
 
Liebe Grüße und bis bald,
mit neu(n)en Nachrichten.
 
Alles Liebe 
eure epipa 
 





Mittwoch, 1. Oktober 2014

Oktoberfest für Zuhause - Teil II - sweet table

 
Anlässlich der Veröffentlichung des Oktoberfest-Guides 
für den ich ein Kapitel mitgestaltet habe, beschlossen wir spontan, 
dieses Ereignis mit einem eigenen kleinen Oktoberfest zu feiern.

Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, ein Buch in Händen zu halten, 
an dem man persönlich in Bild und Wort mitgewirkt hat.
Unbeschreiblich.





Den Auftakt bildete eine bayrische Brotzeitplatte (wir erinnern uns) und
für den Nachmittagskaffee habe ich einen leckeren sweet table vorbereitet.
Meine Kinder lieben sweet tables.

Für 6 Kuchenförmchen (sie sind doppelt so groß, wie Muffinformen)
 nahm ich dieses Rezept .
Anstelle der Aprikosen rührte ich allerdings kleine Apfelstückchen in den Teig.

Solltest du die Kuchenförmchen nicht bekommen, 
kannst du alternativ auch 12 Muffinförmchen nehmen.




Aus dem Internet druckte ich mir die Bayerische Raute aus
und schnitt passende Formen für Flaschen und Gläser,
sowie die Wimpel meiner Wimpelkette zu.

Die Wimpel selbst habe ich um die Kordel gelegt und mit Klebestift fixiert.
Das wars auch schon.




Zum Kuchen gab es gekühlte Milch 
mit Strohhalmen und je einer kleinen Salzbrezel.
Die salzige Brezel harmoniert so herrlich mit der kalten Milch - 
das müsst ihr probieren!
Momentan die Lieblingsknabberei der Kinder.




Meine Kinder lieben Milch zum Gebäck, Pfannkuchen oder einfach so.
Ihr ahnt nicht, wieviele Liter wir wöchentlich verbrauchen.

Ich überlege schon, ob wir im Garten nicht noch Platz für eine Kuh...
 



Mögt ihr auch so gern sweet tables?
Und wenn ja, verratet ihr mir, welche ihr schon gestaltet habt?


Liebe Grüße und bis bald!
eure epipa 





Kuchenförmchen: Drogerie Markt dm - limitierte Edition
Milchfläschchen: kleine Saftfläschchen
Kordel: Gartencenter
Schraubglas: leeres Marmeladeglas von Bonne Maman
Geweihe: Geschenke von meinem Vater
rustikale Regalwand: mein Mann
Leinentischdecke: Flohmarkt
Äpfel: aus dem Garten


Montag, 29. September 2014

say hello - Teil I

 Wir sind Mama.
Von ein paar süßen Flauschbällchen.
Zum ersten Mal.





Eine unserer Hennen wollte unbedingt Mutter werden.

Das wollte sie schon im letzten Spätsommer.
Ganze acht Wochen saß sie beharrlich in einem der Legenester, das sie zum Nistplatz auserkoren hatte
und ließ sich durch nichts und niemanden davon abhalten, 
ihre oder die Eier der anderen ausbrüten zu wollen.

Da es schon spät im Jahr war, 
und wir noch keine Erfahrung damit hatten, Hühner durch den Winter zu bringen,
versagten wir unserer Glucke diesen Wunsch und legten ihr keine befruchteten Eier unter.
Ich hob sie, wie empfohlen, geduldig mehrmals täglich aus dem Legenest,
setzte sie in die Wiese zu den anderen
und ebenso geduldig setzte sie sich nach einem Pick hier und da und einem Sandbad 
wieder auf ihr Legenest.
Eines Tages gab sie es dann schließlich doch auf
und ich nahm mir vor, sie im nächsten Jahr brüten zu lassen, sollte sie wieder gluckig werden.
Sie war noch jung und ich nahm an, sie würde im Frühjahr wieder sitzen wollen.

Wollte sie aber nicht.
Auch nicht im Spätfrühling oder Frühsommer.
Nein, wieder tickte ihre innere Uhr erst vor sechs Wochen, Ende August.
Als Nistplatz hatte sie sich das Lieblingslegenest unserer Schar auserkoren
und ließ auch niemanden mehr zu sich hinein.
Unsere Legehennen waren empört.




Um sicher zu gehen, ob sie auch wirklich fest sitzen würde, 
legte ich ihr einen eigroßen Kieselstein unter, den sie hingebungsvoll mehrere Tage bebrütete. 

Auf diese Weise ermutigt begann ich, eine Brutkiste zu bauen.
Ich polsterte liebevoll eine wunderschöne Obstkiste mit Sägespänen und Stroh aus
legte ihr Kieselstein-Ei hinein, setze sie darauf und sah sie erwartungsfroh an.

Sie blickte mir direkt in die Augen, gluckste empört,
stand auf und marschierte unter ein paar weiteren Glucksern 
schnurstracks auf das Legenest zurück.




Ich versuchte es mit verschiedenen Formaten, stellte die Kisten höher, legte sie tiefer,
baute sie höhlenartig, ließ sie offen, polsterte den Boden dick oder dünn, 
bildete das Legenest fast maßstabsgetreu nach...
Alles wurde rundheraus abgelehnt.

Ich nahm eine flache Plastikwanne, versuchte es mit mehreren Kartons,
fast hätte ich ihr das Poster eines flotten Hahns übers "Bett" gehängt -
nichts war genehm.
Als ich ihr dann schlußendlich eine letzte Kiste mit den Worten
"das ist jetzt wirklich deine finale Chance, meine Liebe"
vorlegte, sie hineinsetzte und ging,
nahm sie mich wohl beim Wort und blieb sitzen.



 Da wir keinen Hahn hatten, begann ich mit der Suche nach Bruteiern.

Ein benachbarter Bauer hält mehrere Stämme von niedlichen Zwerg-Cochins
bei dem ich mir vier oder fünf Eier holen wollte. 
Leider saßen gerade alle Glucken selbst oder die Hähne waren zeitweise ausquartiert.
Er versprach aber, mir Bruteier eines Freundes zu besorgen.
Ich informierte mich inzwischen über Schlupfraten, Transport der Eier, die "Gluckenpflege"
 und die eventuelle Kükenaufzucht, sollte die Glucke vorzeitig aufstehen.
Eine Woche später erfuhr ich, 
dass leider der Marder bei ebendiesem Freund ganze Arbeit geleistet hatte.
Doch ich bekam den Tipp, mich im Internet nach Bruteiern umzusehen, 
da es dort alle möglichen Rassen und Größen gäbe.

Durch die Wartezeit hatte ich aber leider keine Zeit mehr, mir Bruteier schicken zu lassen, 
obwohl es Eier ganz entzückender Rassen gab, 
da sich ihre Ankunft via Post mit unserer Abfahrt in den Urlaub überschneiden würde.
Und ich konnte unserer Hühnersitterin unmöglich das Unterlegen der Eier 
unter eine durch fremde Hand empörte Glucke zumuten.

Es sah also so aus, als würde es auch in diesem Jahr keine Küken geben können.




Es ergab sich aber, dass wir am Wochenende dieses ganzen Hin- und Her
 zur Mittagszeit noch einmal wegfahren mussten 
und mein Mann den Einfall hatte, 
einfach einige Höfe oder Häuser mit Hühnern im Garten auf dem Heimweg anzufahren 
und ins Blaue hinein nach befruchteten Eiern zu fragen.
Ich muss gestehen, ich kam mir ziemlich leicht blöd vor, 
einfach zur Mittagszeit bei wildfremden Leuten aufzuwarten.

So wurden wir denn auch alsbald misstrauisch beäugt,
als wir an der ersten Tür klingelten. 
Ich nehme an, wir gaben auch nicht gerade ein vertrauenerweckendes Bild ab:
Mein Mann in staubiger Schreiner- und ich in verdreckter Outdoorkleidung, 
da ich kurz zuvor mit dem Hund so richtig durch Wald und Wiesen...

 "Entschuldigung. Wir stören hoffentlich nicht gerade beim Essen?"
Der misstrauische Herr: "Nein, aber beim Arbeiten."
Wir: "Dann machen wir es kurz. Sind das ihre Hühner da draußen?"
Der Herr: "Ja..."
Ich: "Weil, das ist nämlich so..."
und ich erzählte meinen ganzen Leidensweg mit der Glucke, die Kinder haben möchte, 
unserer Unmöglichkeit, Eier aufzutreiben und dem Gedanken, 
hier und jetzt einfach rechtschaffene Leute zu überfallen und von ihnen Eier zu erbitten.

 Ich muss das sehr schön gemacht haben, 
denn noch während ich sprach, hellte sich das Gesicht des Mannes mehr und mehr auf 
und voll Stolz zeigte er uns am Ende meiner Erzählung seine Hennen samt prächtigem Hahn.
 Er gab uns sogleich zwei Eier mit und versprach uns bis zum Abend noch weitere.





 Ich könnte noch ewig so weitererzählen, 
doch dieser Post ist ohnehin so lang, dass ich ihn schon teilen muss 
und ich auch gar nicht sicher bin, ob wirklich jeder bis hierher durchgehalten hat?

Fakt ist, dass wir von unserem neuen Hühnerfreund in zwei Tagen 
(eingedenk einer vorhergesagten Schlupfrate von 40-60%) neun Eier bekommen hatten, 
die wir unserer Glucke unterlegen konnten.
Sie schien sehr zufrieden mit uns und plusterte sich glücklich in ihrem Nest auf.

Mit etwas Glück sollten wir 21 Tagen 4-5 Küken haben.


Soweit heute von mir, sonst wird es zu lang.
Bleiben Sie dran, wenn es wieder heißt:
"Küken im Hause epipa - oder was man von Schlupfraten halten soll"
Alles Liebe!


PS: Die Eier haben deshalb Kreuzchen, 
damit man eventuell frisch hineingelegte Eier unterscheiden kann, die ohne Hahn unbefruchtet wären.


Samstag, 20. September 2014

O´zapft is! - Wiesn-Guide und Oktoberfest für Zuhause - Teil I


Heid werds boarisch.
Heute wird es bayrisch.

Unser Häuschen steht im tiefsten Oberbayern, mit Blick auf die Berge.
Im Dorf blüht das bayrische Brauchtum mit Trachtenverein, 
Blasmusi, Stubnmusi, Goaßlschnalzern und vielem mehr.
Es gibt jährlich ein Bierzelt mit kleinem Volksfest, Kinderkarussel und Schiffschaukel
und auch der Maibaum wird feierlich alle paar Jahre aufgestellt.
Zu solchen und anderen festlichen Anlässen wird bei uns sehr gerne Tracht getragen.
Natürlich hängen deshalb auch in unserem Kleiderschrank
Dirndl, Lederhosen, Pfoard-Hemden und diverse Janker.
Diese sind zum Teil von mir oder noch von der Oma handgestrickt.

Ein Pfortl (Pfoard-Hemd) ist ein meist weißes Leinen- oder Baumwollhemd 
zum hinein schlüpfen, mit Biesen und Stehkragen und einem Riegel, 
der mit den Initialen des Träges bestickt werden kann.
Das Sticken übernimmt die Oma, die Mutter, die Ehefrau, die Freundin und manchmal die Maschine.
Aber ganz ehrlich, am Schönsten ist es immer noch von Hand.
Das Hemd meines Mannes bestickte ich bereits vor Jahren.

In diesem Jahr bekam er ein neues Hemd.
Diesmal bestickte ich es ihm für ein Kapitel des Oktoberfest-Guides




Alles, was man vor und nach und rund um das Oktoberfest wissen muss,
steht in diesem Buch.
 Was gehört ins Wiesn-Tascherl, wie häkelt man es selbst,
welche Flechtfrisur trägt die Dame und welche Kopfbedeckung der Herr,
auf welche Seite bindet SIE die Schleife der Schürze, damit ER Bescheid weiß,
wie erkennt man seinen Maßkrug wieder,
wohin geht man mit Kindern, wo gibts was für kleines Geld und vieles mehr.
Haarschmuck, Make-Up, Strick- und Häkelanleitungen fürs Gewand und viele kleine Accessoires - 
alles wird mit viel Charme und Liebe zum Oktoberfest erklärt.
Wer jetzt noch keine Ahnung von der Wiesn hat, 
ist nach der Lektüre in der Theorie gut gerüstet.

Für die Praxis habe ich in dem Kapitel "Gschickt bstickt" (=geschickt bestickt) 
meinen Teil dazu beigetragen, 
den Herrn in Lederhose schöner zu machen.

Darum schnell losgestickt - und hinein ins Getümmel.




Wer -aus welchen Gründen auch immer- nicht zur Wiesn kommen kann,
der muss nicht verzweifeln.
"Ich hab da schon was vorbereitet."
 
Für den ersten Teil unseres kulinarischen Oktoberfestes habe ich meinen Mann gebeten, 
mir eine Brotzeit herzurichten. 

Er ist bekannt für seine großen und kleinen Brotzeit-Platten.
Egal, wieviel oder wenig im Haus ist,
irgendetwas findet er immer, um für uns oder Gäste eine Brotzeit daraus zu zaubern.
Gern auch noch spätabends, wenn wir länger beisammen sitzen.





Eine kleine bayrische Brotzeit, 
bei der man nichts falsch machen kann, bereitest du wie folgt.


Du nimmst:

Brezn, Semmeln oder Brot (= Bezeln, Brötchen...)
Emmentaler am Stück
Käse in Scheiben, z. B. Bergkäse, gewürzten Butterkäse
Greicherts (= geräucherten Schinken) in Scheiben oder am Stück
Salz, Pfeffer, Paprika
Schnittlauch





Den Emmentaler würfeln und mit Salz, Pfeffer und etwas Paprika bestreuen.
Den geschnittenen Schinken hübsch anrichten.
Ist er im Stück, feine Scheiben herausschneiden oder würfeln.
Den Käse mit Schnittlauchröllchen bestreuen und die Breze dazu reichen.
Man kann auch in Scheiben geschnittene Semmeln oder Brot
mit Butter anrichten.

Dazu gehört ein Weißbier.




Für eine schöne Schaumkrone ist es wichtig, es richtig einzuschenken:

Dazu das Glas leicht schräg halten und das Bier langsam, nicht zu schnell, einschenken.
Einen kleinen Rest in der Flasche zurückbehalten,
die Flasche schwenken, um die Hefe vom Boden zu lösen und ins Glas gießen.




Diese kleine Brotzeit reicht eigentlich schon aus.

Wenn du es opulenter magst, kannst du zusätzlich Essiggurken, gekochte Eier, Radi (=Rettich),
Radieschen und Obazda (=eine Käsespezialität) reichen.




  So, dann wünsch i eich an Guaden.
Zum Woi!
Ich wünsche euch einen guten Appetit.
Zum Wohl!


Liebe Grüße
eure epipa


Teil II findest du hier.
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