Mittwoch, 1. Oktober 2014

Oktoberfest für Zuhause - Teil II - sweet table

 
Anlässlich der Veröffentlichung des Oktoberfest-Guides 
für den ich ein Kapitel mitgestaltet habe, beschlossen wir spontan, 
dieses Ereignis mit einem eigenen kleinen Oktoberfest zu feiern.

Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, ein Buch in Händen zu halten, 
an dem man persönlich in Bild und Wort mitgewirkt hat.
Unbeschreiblich.





Den Auftakt bildete eine bayrische Brotzeitplatte (wir erinnern uns) und
für den Nachmittagskaffee habe ich einen leckeren sweet table vorbereitet.
Meine Kinder lieben sweet tables.

Für 6 Kuchenförmchen (sie sind doppelt so groß, wie Muffinformen)
 nahm ich dieses Rezept .
Anstelle der Aprikosen rührte ich allerdings kleine Apfelstückchen in den Teig.

Solltest du die Kuchenförmchen nicht bekommen, 
kannst du alternativ auch 12 Muffinförmchen nehmen.




Aus dem Internet druckte ich mir die Bayerische Raute aus
und schnitt passende Formen für Flaschen und Gläser,
sowie die Wimpel meiner Wimpelkette zu.

Die Wimpel selbst habe ich um die Kordel gelegt und mit Klebestift fixiert.
Das wars auch schon.




Zum Kuchen gab es gekühlte Milch 
mit Strohhalmen und je einer kleinen Salzbrezel.
Die salzige Brezel harmoniert so herrlich mit der kalten Milch - 
das müsst ihr probieren!
Momentan die Lieblingsknabberei der Kinder.




Meine Kinder lieben Milch zum Gebäck, Pfannkuchen oder einfach so.
Ihr ahnt nicht, wieviele Liter wir wöchentlich verbrauchen.

Ich überlege schon, ob wir im Garten nicht noch Platz für eine Kuh...
 



Mögt ihr auch so gern sweet tables?
Und wenn ja, verratet ihr mir, welche ihr schon gestaltet habt?


Liebe Grüße und bis bald!
eure epipa 





Kuchenförmchen: Drogerie Markt dm - limitierte Edition
Milchfläschchen: kleine Saftfläschchen
Kordel: Gartencenter
Schraubglas: leeres Marmeladeglas von Bonne Maman
Geweihe: Geschenke von meinem Vater
rustikale Regalwand: mein Mann
Leinentischdecke: Flohmarkt
Äpfel: aus dem Garten


Montag, 29. September 2014

say hello - Teil I

 Wir sind Mama.
Von ein paar süßen Flauschbällchen.
Zum ersten Mal.





Eine unserer Hennen wollte unbedingt Mutter werden.

Das wollte sie schon im letzten Spätsommer.
Ganze acht Wochen saß sie beharrlich in einem der Legenester, das sie zum Nistplatz auserkoren hatte
und ließ sich durch nichts und niemanden davon abhalten, 
ihre oder die Eier der anderen ausbrüten zu wollen.

Da es schon spät im Jahr war, 
und wir noch keine Erfahrung damit hatten, Hühner durch den Winter zu bringen,
versagten wir unserer Glucke diesen Wunsch und legten ihr keine befruchteten Eier unter.
Ich hob sie, wie empfohlen, geduldig mehrmals täglich aus dem Legenest,
setzte sie in die Wiese zu den anderen
und ebenso geduldig setzte sie sich nach einem Pick hier und da und einem Sandbad 
wieder auf ihr Legenest.
Eines Tages gab sie es dann schließlich doch auf
und ich nahm mir vor, sie im nächsten Jahr brüten zu lassen, sollte sie wieder gluckig werden.
Sie war noch jung und ich nahm an, sie würde im Frühjahr wieder sitzen wollen.

Wollte sie aber nicht.
Auch nicht im Spätfrühling oder Frühsommer.
Nein, wieder tickte ihre innere Uhr erst vor sechs Wochen, Ende August.
Als Nistplatz hatte sie sich das Lieblingslegenest unserer Schar auserkoren
und ließ auch niemanden mehr zu sich hinein.
Unsere Legehennen waren empört.




Um sicher zu gehen, ob sie auch wirklich fest sitzen würde, 
legte ich ihr einen eigroßen Kieselstein unter, den sie hingebungsvoll mehrere Tage bebrütete. 

Auf diese Weise ermutigt begann ich, eine Brutkiste zu bauen.
Ich polsterte liebevoll eine wunderschöne Obstkiste mit Sägespänen und Stroh aus
legte ihr Kieselstein-Ei hinein, setze sie darauf und sah sie erwartungsfroh an.

Sie blickte mir direkt in die Augen, gluckste empört,
stand auf und marschierte unter ein paar weiteren Glucksern 
schnurstracks auf das Legenest zurück.




Ich versuchte es mit verschiedenen Formaten, stellte die Kisten höher, legte sie tiefer,
baute sie höhlenartig, ließ sie offen, polsterte den Boden dick oder dünn, 
bildete das Legenest fast maßstabsgetreu nach...
Alles wurde rundheraus abgelehnt.

Ich nahm eine flache Plastikwanne, versuchte es mit mehreren Kartons,
fast hätte ich ihr das Poster eines flotten Hahns übers "Bett" gehängt -
nichts war genehm.
Als ich ihr dann schlußendlich eine letzte Kiste mit den Worten
"das ist jetzt wirklich deine finale Chance, meine Liebe"
vorlegte, sie hineinsetzte und ging,
nahm sie mich wohl beim Wort und blieb sitzen.



 Da wir keinen Hahn hatten, begann ich mit der Suche nach Bruteiern.

Ein benachbarter Bauer hält mehrere Stämme von niedlichen Zwerg-Cochins
bei dem ich mir vier oder fünf Eier holen wollte. 
Leider saßen gerade alle Glucken selbst oder die Hähne waren zeitweise ausquartiert.
Er versprach aber, mir Bruteier eines Freundes zu besorgen.
Ich informierte mich inzwischen über Schlupfraten, Transport der Eier, die "Gluckenpflege"
 und die eventuelle Kükenaufzucht, sollte die Glucke vorzeitig aufstehen.
Eine Woche später erfuhr ich, 
dass leider der Marder bei ebendiesem Freund ganze Arbeit geleistet hatte.
Doch ich bekam den Tipp, mich im Internet nach Bruteiern umzusehen, 
da es dort alle möglichen Rassen und Größen gäbe.

Durch die Wartezeit hatte ich aber leider keine Zeit mehr, mir Bruteier schicken zu lassen, 
obwohl es Eier ganz entzückender Rassen gab, 
da sich ihre Ankunft via Post mit unserer Abfahrt in den Urlaub überschneiden würde.
Und ich konnte unserer Hühnersitterin unmöglich das Unterlegen der Eier 
unter eine durch fremde Hand empörte Glucke zumuten.

Es sah also so aus, als würde es auch in diesem Jahr keine Küken geben können.




Es ergab sich aber, dass wir am Wochenende dieses ganzen Hin- und Her
 zur Mittagszeit noch einmal wegfahren mussten 
und mein Mann den Einfall hatte, 
einfach einige Höfe oder Häuser mit Hühnern im Garten auf dem Heimweg anzufahren 
und ins Blaue hinein nach befruchteten Eiern zu fragen.
Ich muss gestehen, ich kam mir ziemlich leicht blöd vor, 
einfach zur Mittagszeit bei wildfremden Leuten aufzuwarten.

So wurden wir denn auch alsbald misstrauisch beäugt,
als wir an der ersten Tür klingelten. 
Ich nehme an, wir gaben auch nicht gerade ein vertrauenerweckendes Bild ab:
Mein Mann in staubiger Schreiner- und ich in verdreckter Outdoorkleidung, 
da ich kurz zuvor mit dem Hund so richtig durch Wald und Wiesen...

 "Entschuldigung. Wir stören hoffentlich nicht gerade beim Essen?"
Der misstrauische Herr: "Nein, aber beim Arbeiten."
Wir: "Dann machen wir es kurz. Sind das ihre Hühner da draußen?"
Der Herr: "Ja..."
Ich: "Weil, das ist nämlich so..."
und ich erzählte meinen ganzen Leidensweg mit der Glucke, die Kinder haben möchte, 
unserer Unmöglichkeit, Eier aufzutreiben und dem Gedanken, 
hier und jetzt einfach rechtschaffene Leute zu überfallen und von ihnen Eier zu erbitten.

 Ich muss das sehr schön gemacht haben, 
denn noch während ich sprach, hellte sich das Gesicht des Mannes mehr und mehr auf 
und voll Stolz zeigte er uns am Ende meiner Erzählung seine Hennen samt prächtigem Hahn.
 Er gab uns sogleich zwei Eier mit und versprach uns bis zum Abend noch weitere.





 Ich könnte noch ewig so weitererzählen, 
doch dieser Post ist ohnehin so lang, dass ich ihn schon teilen muss 
und ich auch gar nicht sicher bin, ob wirklich jeder bis hierher durchgehalten hat?

Fakt ist, dass wir von unserem neuen Hühnerfreund in zwei Tagen 
(eingedenk einer vorhergesagten Schlupfrate von 40-60%) neun Eier bekommen hatten, 
die wir unserer Glucke unterlegen konnten.
Sie schien sehr zufrieden mit uns und plusterte sich glücklich in ihrem Nest auf.

Mit etwas Glück sollten wir 21 Tagen 4-5 Küken haben.


Soweit heute von mir, sonst wird es zu lang.
Bleiben Sie dran, wenn es wieder heißt:
"Küken im Hause epipa - oder was man von Schlupfraten halten soll"
Alles Liebe!


PS: Die Eier haben deshalb Kreuzchen, 
damit man eventuell frisch hineingelegte Eier unterscheiden kann, die ohne Hahn unbefruchtet wären.


Samstag, 20. September 2014

O´zapft is! - Wiesn-Guide und Oktoberfest für Zuhause - Teil I


Heid werds boarisch.
Heute wird es bayrisch.

Unser Häuschen steht im tiefsten Oberbayern, mit Blick auf die Berge.
Im Dorf blüht das bayrische Brauchtum mit Trachtenverein, 
Blasmusi, Stubnmusi, Goaßlschnalzern und vielem mehr.
Es gibt jährlich ein Bierzelt mit kleinem Volksfest, Kinderkarussel und Schiffschaukel
und auch der Maibaum wird feierlich alle paar Jahre aufgestellt.
Zu solchen und anderen festlichen Anlässen wird bei uns sehr gerne Tracht getragen.
Natürlich hängen deshalb auch in unserem Kleiderschrank
Dirndl, Lederhosen, Pfoard-Hemden und diverse Janker.
Diese sind zum Teil von mir oder noch von der Oma handgestrickt.

Ein Pfortl (Pfoard-Hemd) ist ein meist weißes Leinen- oder Baumwollhemd 
zum hinein schlüpfen, mit Biesen und Stehkragen und einem Riegel, 
der mit den Initialen des Träges bestickt werden kann.
Das Sticken übernimmt die Oma, die Mutter, die Ehefrau, die Freundin und manchmal die Maschine.
Aber ganz ehrlich, am Schönsten ist es immer noch von Hand.
Das Hemd meines Mannes bestickte ich bereits vor Jahren.

In diesem Jahr bekam er ein neues Hemd.
Diesmal bestickte ich es ihm für ein Kapitel des Oktoberfest-Guides




Alles, was man vor und nach und rund um das Oktoberfest wissen muss,
steht in diesem Buch.
 Was gehört ins Wiesn-Tascherl, wie häkelt man es selbst,
welche Flechtfrisur trägt die Dame und welche Kopfbedeckung der Herr,
auf welche Seite bindet SIE die Schleife der Schürze, damit ER Bescheid weiß,
wie erkennt man seinen Maßkrug wieder,
wohin geht man mit Kindern, wo gibts was für kleines Geld und vieles mehr.
Haarschmuck, Make-Up, Strick- und Häkelanleitungen fürs Gewand und viele kleine Accessoires - 
alles wird mit viel Charme und Liebe zum Oktoberfest erklärt.
Wer jetzt noch keine Ahnung von der Wiesn hat, 
ist nach der Lektüre in der Theorie gut gerüstet.

Für die Praxis habe ich in dem Kapitel "Gschickt bstickt" (=geschickt bestickt) 
meinen Teil dazu beigetragen, 
den Herrn in Lederhose schöner zu machen.

Darum schnell losgestickt - und hinein ins Getümmel.




Wer -aus welchen Gründen auch immer- nicht zur Wiesn kommen kann,
der muss nicht verzweifeln.
"Ich hab da schon was vorbereitet."
 
Für den ersten Teil unseres kulinarischen Oktoberfestes habe ich meinen Mann gebeten, 
mir eine Brotzeit herzurichten. 

Er ist bekannt für seine großen und kleinen Brotzeit-Platten.
Egal, wieviel oder wenig im Haus ist,
irgendetwas findet er immer, um für uns oder Gäste eine Brotzeit daraus zu zaubern.
Gern auch noch spätabends, wenn wir länger beisammen sitzen.





Eine kleine bayrische Brotzeit, 
bei der man nichts falsch machen kann, bereitest du wie folgt.


Du nimmst:

Brezn, Semmeln oder Brot (= Bezeln, Brötchen...)
Emmentaler am Stück
Käse in Scheiben, z. B. Bergkäse, gewürzten Butterkäse
Greicherts (= geräucherten Schinken) in Scheiben oder am Stück
Salz, Pfeffer, Paprika
Schnittlauch





Den Emmentaler würfeln und mit Salz, Pfeffer und etwas Paprika bestreuen.
Den geschnittenen Schinken hübsch anrichten.
Ist er im Stück, feine Scheiben herausschneiden oder würfeln.
Den Käse mit Schnittlauchröllchen bestreuen und die Breze dazu reichen.
Man kann auch in Scheiben geschnittene Semmeln oder Brot
mit Butter anrichten.

Dazu gehört ein Weißbier.




Für eine schöne Schaumkrone ist es wichtig, es richtig einzuschenken:

Dazu das Glas leicht schräg halten und das Bier langsam, nicht zu schnell, einschenken.
Einen kleinen Rest in der Flasche zurückbehalten,
die Flasche schwenken, um die Hefe vom Boden zu lösen und ins Glas gießen.




Diese kleine Brotzeit reicht eigentlich schon aus.

Wenn du es opulenter magst, kannst du zusätzlich Essiggurken, gekochte Eier, Radi (=Rettich),
Radieschen und Obazda (=eine Käsespezialität) reichen.




  So, dann wünsch i eich an Guaden.
Zum Woi!
Ich wünsche euch einen guten Appetit.
Zum Wohl!


Liebe Grüße
eure epipa


Teil II findest du hier.

Dienstag, 5. August 2014

welcome home!

Das vergangene Schuljahr ließ die Schule unseres Sohnes
 mit einer einwöchigen Abschlussfahrt ausklingen.

Das war so ziemlich das erste Mal, 
dass er so weit und so lang weg war.

Hui.

Also für mich.

Ich bin bekennende Glucke - wenn auch im Training. 
Alles braucht schließlich Übung.

Der Herr Sohn kannte keinerlei Trennungsschmerz, nur Vorfreude.
So soll es sein.





Als ich so alt war wie er, fieberte ich auch sämtlichen Klassenfahrten und Schulausflügen entgegen.
Natürlich war ich immer sehr ordentlich, folgsam, 
habe keinerlei Unsinn angestellt und auf ausreichend Schlaf geachtet.

So erzählte ich meinen Kindern...

Jetzt darf sich jeder selbst ausrechnen, ob sie mir geglaubt haben.





Brachte uns der Schulbus nach einer Woche völlig übernächtigt wieder am Heimatort an,
hatte meine Mutter daheim schon ein kleines Willkommen vorbereitet.
Je nach Alter gab es großes "Willkommen" an der Tür, Luftballons, 
Kuchen, Kakao, später Cappucchino und dann erzählten wir erst einmal ein bisschen.

Waren wir länger weg, legte sie uns sogar für jeden Tag einen kleinen Zettel 
mit einem Gruß wie zum Beispiel "Ich hab dich lieb", 
"Hab viel Spaß" und "Wir freuen uns schon auf dich" in den Koffer.
Ich fand das immer so schön.




Für unseren Ältesten haben wir es auch so gemacht.
Allerdings mit nicht ganz so vielen Zetteln.
Ich schrieb einen und den etwas ausführlicher
 - man beachte das Alter und vermeide es tunlichst, peinliche Situationen herbei zu führen.
Wahrscheinlich ist er zum Lesen ins Bad gegangen :o).

Dafür schrieb er uns zwei Karten, 
eine für uns und den Kleinsten und extra eine für seine Schwester.

Für sein Willkommen bereiteten wir dann auch alles gemeinsam vor.
Weil es so heiß war, entschieden wir uns für eine erfrischende Zitronentorte.





Die Torte habe ich im Grundrezept genauso gemacht wie


Aus Zeitgründen (manche Termine kommen immer so plötzlich, Weihnachten ist auch so ein Tag) 
verzichtete ich darauf, den Kuchen in einzelne Schichten zu teilen.

Stattdessen ließ ich ihn im Stück, bestrich ihn mit Quitten-Gelee 
und legte Zitronenscheiben auf, von denen ich zuvor die Schale entfernt hatte.

Die Sahne färbte ich mit etwas gelber Lebensmittelfarbe 
und dekorierte halbe Zitronenscheiben rund um die Torte. 

Man sollte allerdings auf milde Zitronen achten.
Kleiner Tipp, nur so.
Wir haben ziemlich viel gelacht, an dem Tag.




Die Ankunft selbst war nicht mehr ganz so laut 
und turbulent wie die Abreise, sondern vergleichsweise ruhig 
und die Gesichter zeichneten sich durchgehend durch untertellergroße Augenringe aus.

Manche Dinge ändern sich nie.




Dekoration:
Bäume: Modelleisenbahn Zubehör
Busse: noch vom Papa und aus der Autokiste des Kleinsten
Karten: aus dem Auto
Globus: Flohmarkt

Tortenplatte: PiP Studio

Sonntag, 27. Juli 2014

Little Miss Pi Design - Retro Look Alike


Was macht die Mama, 
wenn das Kind eine ihrer wunderschönen Zeichnungen 
(wir haben ganze Sammelordner, Schubläden und Regalfächer voll mit Kinderzeichnungen)
auf dem Küchentisch liegen lässt und nach draußen zum Spielen geht?

Sie macht sich einen Kaffee und freut sich am sauber abgeräumten Tisch.

ODER
Sie räumt alles auf, weil das Kind gerade zu beschäftigt damit ist,
ein bis dato noch unentdecktes Saurierskelett im Garten auszugraben, 
seine Doktorarbeit zu schreiben oder die Welt zu retten,
sowas in der Art.

In diesem Fall sind es Stifte, Radiergummi, 
und Spitzer, der so voll ist, dass er überzugehen droht (ich befreie ihn) 
und natürlich die vielen vielen Zeichnungen.
Bei einem Blatt halte ich plötzlich inne,
sehe mir die wunderschön filigran gezeichneten Federn genau an und denke mir:

Da müsste man doch eigentlich einen Stoff draus machen.




Ja und - warum denn eigentlich nicht?

Abends, als alle Kinder schliefen, habe ich die Zeichnung drucktauglich gemacht, 
die Bestellung abgeschickt und
voller Vorfreude zappelnd geradezu stoisch gleichmütig gewartet.
Als das Päckchen ein paar Wochen später endlich im Postkasten lag, 
überraschte ich meine Tochter mit ihrem ganz eigenen Stoff.  





 Ich holte sie von der Schule ab, 
bat sie die Augen zu schließen und 
legte ihr das in Seidenpapier eingewickelte Päckchen in die Hände.

Sie konnte es erst gar nicht glauben.





Dann hat sie sich so sehr gefreut, 
dass ich vor Rührung sogar ein bisschen schlucken musste.




Ich sollte unbedingt ein Kleidungsstück daraus nähen.
Der Stoff kommt vorgewaschen, das heißt man kann sogleich loslegen.
Das kam mir sehr entgegen.

Daheim angekommen, suchten wir gemeinsam nach einem Schnitt,
 aus dem wir etwas Schönes nähen konnten.

Bei unserem letzten Besuch in München (nachzulesen hier), 
verbrachten wir einige Zeit im Bookstore  
 - ich natürlich in der Kreativabteilung, wo sonst -
in der ich das Buch Mini Couture zum Selbernähen fand.


Perfekt.

Retroschnitt zu Retrostoff look alike.




Eine kurze Zusammenfassung:

Das Buch enthält Mädchen- und Jungenmode und ist in zwei Hälften gegliedert.
 Wendet man es, so wechselt man in die jeweils andere Mode.
Die Anleitungen sind frisch und frech und ein bisschen vintage,
die abgebildeten Stoffe inspirieren zu Farbfreude in der eigenen Stoffauswahl.
Sogar Schnitte für Verkleidungen, wie Mama und Oma sie uns nähte, sind eingegliedert. 
Ich hatte als Kind exakt dasselbe Squaw-Kostüm für Fasching, ungelogen.

Das Buch kommt mit großem Schnittmusterbogen,
man spart sich also lästiges Vergrößern und Kleben.
Einfach Pauspapier auflegen. 
Fertig.
Hurra.

 Das Buch ist zwar durch bebilderte Step-by-Step Anleitungen aufgebaut, 
richtet sich jedoch nicht an den absoluten Anfänger, 
da gutes Grundwissen vorausgesetzt wird.

 Es ist hilfreich, 
wenn man bereits auf Erfahrung im Nähen von Kleidungsstücken zurückgreifen kann.


 Beim Nacharbeiten gut zu wissen: 
Es hat sich ein kleiner Fehler in die Anleitung Zitronenfalter eingeschlichen.

Im Schnitt, Seite 34, Schritt 2 wird angegeben, 
die "Seitennähte an Oberstoff und Futter" zu schließen.
Richtig muss es heißen, die Schulternähte zu schließen, 
wie man im Bild F auch schön sehen kann.

Einfach mit Bleistift ausbessern.

edit: Berichtigung des Verlags klick hier

 



Doch nun von der Rezension zurück zum Schnitt.
Meine Tochter entschied sich also für die Bluse Zitronenfalter.

Ich hatte den kleinen Meter bestellt (70x100 cm),
der wunderbar für die Bluse in der Größe 10 Jahre passte.

Das ist ca. eine Nummer größer, als meine Tochter sie trägt,
sodass noch etwas Luft zum Wachsen ist.





Die Bluse wird mit Futter genäht.
Für das Futter und den Bubikragen wählte ich 
den leichten Baumwollstoff eines alten Kissenbezugs vom Flohmarkt. 
Ich hatte keinen Futterstoff, es war beinahe Ladenschluss und warten? 
Gott bewahre!

Hat ganz wunderbar funktioniert.




Ich liebe den geraden Schnitt,
vor allem aber den Bubikragen, der dem Outfit einen eleganten, 
doch zugleich spitzbübischen Touch verleiht.




Es ist so schön zu sehen, wie sie sich über ihren Stoff freut,
 wie ihre Augen leuchten
und mit welchem Stolz sie ihr Kleidungsstück trägt. 




 Gibt es etwas Schöneres, als ein Kind zu bestätigen?




Stoff: via Stoff´n 
wenn es euch auch gefallen hat, das Little Miss Pi Design gibts hier
Pauspapier: Backpapier auf der Rolle, nicht zugeschnitten

übrigens: das ist ein non sponsored post - Empfehlung privat


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